Schenken von Joachim Ringelnatz

Schenke groß oder klein,
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.
 
Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei
Was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
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So daß die eigene Freude zuvor
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Dich reichlich belohnt.
 
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Schenke mit Geist ohne List.
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Sei eingedenk,
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Daß dein Geschenk
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Du selber bist.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (23.9 KB)

Details zum Gedicht „Schenken“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
15
Anzahl Wörter
54
Entstehungsjahr
1928
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Schenken“ stammt von dem deutschen Schriftsteller und Kabarettisten Joachim Ringelnatz, der in der Zeit von 1883 bis 1934 lebte. Folglich ist es in der Epoche der Moderne einzuordnen, welche von etwa 1890 bis 1945 andauerte und in der viele traditionelle Konventionen in Frage gestellt und durch neue Formen und Ideen ersetzt wurden.

Auf den ersten Blick präsentiert das Gedicht einfache und klare Anweisungen für das ideale Verschenken. Sie sind auf eine Art formuliert, die dazu anregt, die übliche Betrachtungsweise des Schenkens zu überdenken.

In seinem Gedicht beschreibt Ringelnatz die Kunst des Schenkens. Er rät dazu, großzügig oder bescheiden zu schenken, aber immer mit sorgfältiger Auswahl und ehrlichen Absichten (Vers 1 und 2). Es geht nicht darum, den materiellen Wert der Geschenke, sondern die Absicht und den Charakter des Schenkenden zu bewerten (Vers 3-5). Er betont des Weiteren, dass man beim Schenken das verschenken soll, was in einem selbst wohnt - seine Meinung, seinen Geschmack und seinen Humor (Vers 6-11). Schließlich endet er mit dem berührenden Rat, dass man beim Schenken daran denken sollte, dass das eigentliche Geschenk man selbst ist (Vers 12-15).

Ringelnatz nutzt in seinem Gedicht eine einfache, verständliche Sprache. Die Verse sind kurz und prägnant. Er wählt seine Worte sorgfältig und mit Bedacht, um seine Botschaft klar zu vermitteln. Das Gedicht hat keine festen Reimformen, es ist freie Lyrik. Die Strophenlänge variiert zwischen vier und sechs Versen und deuten auf eine freie Form hin. Es wird eine wiederholende Anweisungsform genutzt („Schenke ...“), um die Botschaft des Gedichts hervorzuheben.

Insgesamt betont Ringelnatz in „Schenken“ die persönliche, auf den Empfänger zugeschnittene und wohlüberlegte Geschenkauswahl. Er konzentriert sich dabei weniger auf das materielle Geschenk an sich, sondern vielmehr auf den Akt des Schenkens und seine Bedeutung. Es geht darum, sich selbst in den Gaben, die man verschenkt, widerzuspiegeln und eingedenk zu sein, dass das eigentliche Geschenk der Schenkende selbst ist.

Weitere Informationen

Der Autor des Gedichtes „Schenken“ ist Joachim Ringelnatz. Geboren wurde Ringelnatz im Jahr 1883 in Wurzen. 1928 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Berlin. Aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text den Epochen Moderne oder Expressionismus zugeordnet werden. Bei dem Schriftsteller Ringelnatz handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epochen. Das vorliegende Gedicht umfasst 54 Wörter. Es baut sich aus 3 Strophen auf und besteht aus 15 Versen. Die Gedichte „Alone“, „Alte Winkelmauer“ und „Alter Mann spricht junges Mädchen an“ sind weitere Werke des Autors Joachim Ringelnatz. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Schenken“ weitere 560 Gedichte vor.

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