Details zum Gedicht „Schatten“
Anzahl Strophen
2
Anzahl Verse
8
Anzahl Wörter
30
Entstehungsjahr
1913
Epoche
Moderne,
Expressionismus
Gedicht-Analyse
Das Gedicht „Schatten“ stammt von dem expressionistischen Dichter Klabund. Er lebte von 1890 bis 1928, was sein Werk zeitlich in die Epoche des Expressionismus einordnet, die sich etwa von 1910 bis 1925 erstreckt.
Beim ersten Lesen fällt das wiederholte Motiv des Schattens auf, das in Kombination mit Begriffen wie „dumpf“, „untertan“ und „verwaist“ eine düstere, belastende Atmosphäre erzeugt.
Inhaltlich scheint das lyrische Ich in einem inneren Konflikt gefangen zu sein. In der ersten Strophe wird dieser Zustand beschrieben, in dem es sich einem „dumpfen Geist“ unterworfen fühlt und von einer „verwaisten Luft“ umgeben ist, die der Geist „gierig“ angreift. Es wird das Bild einer schweren, bedrückenden Atmosphäre gezeichnet, möglicherweise metaphorisch für eine geistige oder emotionale Belastung.
In der zweiten Strophe wird der Kontrast zum hellen, lebendigen Leben hervorgehoben. Das lyrische Ich steht „hellen Auges“ in der Welt und genießt ihre Schönheit, bis wieder ein „fremder Schatten“ in sie fällt. Diese Wiederkehr des Schattens verdeutlicht den ständigen Kampf und Wechsel zwischen Leichtigkeit und Schwere, Glück und Bedrohung im Bewusstsein des lyrischen Ichs.
Die Form des Gedichts lehnt sich an das klassische Schema des Vierzeilers an, welches in der traditionellen Lyrik oft benutzt wird. Jede Strophe hat vier Verse. Gleichzeitig lässt der Autor bewusst einige Endreime aus und bricht so mit der traditionellen Struktur, was typisch für den Expressionismus ist.
Die Sprache ist klar und einfach gehalten. Klabund verwendet metaphorische Ausdrücke, um das Ringen des lyrischen Ichs mit dem eigenen Inneren darzustellen. Worte wie „dumpf“, „untertan“, „verwaist“ und „gierig“ erzeugen dabei ein Bild von Depression und Entfremdung, wohingegen die „hellen Augen“ und die „liebe Welt“ für eine Sehnsucht nach Lebensfreude und Glück stehen.
So zeigt das Gedicht „Schatten“ eindrücklich die typische expressionistische Suche nach dem Ich und die gleichzeitige Furcht vor dem Verlust der Identität. Es beschreibt den ständigen Wechsel zwischen Freude und Verzweiflung, zwischen Lebenslust und Todessehnsucht, der das lyrische Ich in einen unaufhörlichen inneren Konflikt stürzt.
Weitere Informationen
Das Gedicht „Schatten“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Klabund.
1890 wurde Klabund in Crossen an der Oder geboren.
Das Gedicht ist im Jahr 1913 entstanden.
Der Erscheinungsort ist Berlin.
Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Moderne oder Expressionismus zugeordnet werden.
Die Angaben zur Epoche prüfe bitte vor Verwendung auf Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da sich die Literaturepochen zeitlich teilweise überschneiden, ist eine reine zeitliche Zuordnung fehleranfällig.
Das Gedicht besteht aus 8 Versen mit insgesamt 2 Strophen und umfasst dabei 30 Worte.
Weitere bekannte Gedichte des Autors Klabund sind „Berliner Ballade“, „Berliner Mittelstandsbegräbnis“ und „Berliner in Italien“.
Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Schatten“ weitere 139 Gedichte vor.
Weitere Gedichte des Autors Klabund (Infos zum Autor)
Zum Autor Klabund sind auf abi-pur.de 139 Dokumente veröffentlicht. Alle Gedichte finden sich auf der Übersichtsseite des Autors.