Salomo von Heinrich Heine

Verstummt sind Pauken, Posaunen und Zinken.
An Salomo’s Lager Wache halten
Die schwertgegürteten Engelgestalten,
Sechstausend zur Rechten, sechstausend zur Linken.
 
Sie schützen den König vor träumendem Leide,
Und zieht er finster die Brauen zusammen,
Da fahren sogleich die stählernen Flammen,
Zwölftausend Schwerter, hervor aus der Scheide.
 
Doch wieder zurück in die Scheide fallen
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Die Schwerter der Engel. Das nächtliche Grauen
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Verschwindet, es glätten sich wieder die Brauen
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Des Schläfers, und seine Lippen lallen:
 
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O Sulamith! das Reich ist mein Erbe,
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Die Lande sind mir unterthänig,
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Bin über Juda und Israel König –
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Doch liebst du mich nicht, so welk’ ich und sterbe.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.2 KB)

Details zum Gedicht „Salomo“

Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
16
Anzahl Wörter
102
Entstehungsjahr
1851
Epoche
Junges Deutschland & Vormärz

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Salomo“ wurde von Heinrich Heine geschrieben, einem der bedeutendsten deutschen Dichter des 19. Jahrhunderts. Heine, ein Vertreter der Romantik, lebte von 1797 bis 1856.

Das Gedicht gibt beim ersten Lesen ein Gefühl von Macht und gleichzeitig von Verletzlichkeit. Es geht um nichts Geringeres als einen König, um Salomo, den legendären Herrscher Israels, der von einer mächtigen Engelsgarde beschützt wird. Doch trotz seiner Macht scheint Salomo unglücklich und seelisch belastet zu sein.

Inhaltlich geht es in dem Gedicht um den nächtlichen Schutz eines Königs vor schlechten Träumen und um die traurige Tatsache, dass er trotz seiner Macht und seines Reichtums unglücklich ist, weil seine Liebe, Sulamith, ihn nicht erwidert. Die himmlische Wache ist so mächtig, dass sie mit ihren Schwertern sogar Träume abwehren kann. Doch diese Macht entspricht nicht dem, was das Lyrische Ich, also König Salomo, eigentlich erstrebt.

Formal betrachtet besteht das Gedicht aus vier Strophen mit jeweils vier Versen. Es überwiegt der jambische Versfuß, der für den typischen „Ta-TAM„-Rhythmus sorgt. Die Sprache ist klar und bildhaft, jedoch nicht ohne emotionale Tiefe. Beispielsweise stehen die prunkvollen Beschreibungen der königlichen Wache in krassem Kontrast zu der Herzerweichenden Zeile, in der Salomo sein Leid über seine unerwiderte Liebe gesteht.

Insgesamt scheint dieses Werk von Heine die Botschaft zu vermitteln, dass Macht und Reichtum nicht ausreichen, um ein erfülltes und glückliches Leben zu führen. Trotz aller äußerlichen Sicherheit und Pracht scheint Salomo innerlich zerrissen und unglücklich. So wirkt das Gedicht wie eine Mahnung, dass zwischenmenschliche Beziehungen und Liebe einen höheren Stellenwert im Leben haben sollten als Macht und Ansehen. Das Gedicht könnte auch als Kritik an der Machtgier und dem Streben nach äußerem Glanz und Gloria interpretiert werden, die dabei die wesentlichen Dinge im Leben aus den Augen verlieren.

Weitere Informationen

Das Gedicht „Salomo“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Heinrich Heine. Heine wurde im Jahr 1797 in Düsseldorf geboren. 1851 ist das Gedicht entstanden. In Hamburg ist der Text erschienen. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text der Epoche Junges Deutschland & Vormärz zugeordnet werden. Bei Heine handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 16 Versen mit insgesamt 4 Strophen und umfasst dabei 102 Worte. Weitere Werke des Dichters Heinrich Heine sind „Altes Lied“, „Am Golfe von Biskaya“ und „Am Kreuzweg wird begraben“. Zum Autor des Gedichtes „Salomo“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 535 Gedichte vor.

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