S vergamtet Bäurle von Michel Buck

As ischt a môl a Bäurle gsei’,
Des hôt ui da Tirolerwei’
Ganz andrescht könna beiga,
A Mändle, seall em Tuixel z gscheit,
S hôt d Witzwoat nu’ so um se keit,
Daß d Leut haunt müaßa schweiga.
 
S hôt Geald ghett und a stolzi Sach
Und alti Frucht gnua untram Dach,
Prämierti Hengscht und Häge.
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As hôt se proglat oft und gsait:
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„Haunts au a so, he, haunt ers ghait?
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Dô wechslet, iahr Balläke!“
 
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Was gschieht? Ma’ leabt in Floribus,
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Uff oi’môl stôht der Mousche duß,
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Der Schultas und der Büttel,
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Der Amtsnotari mit noh drei,
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Ällz guckat, was jetz des au sei
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Mit so vel lange Kittel.
 
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Der Nysi sait gem Nasi nouf:
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„I glaub, ma’ nimmt em Bäuerle ouf,
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Se haunt a schau’ am Kraga;
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Isch s Bäurle au em Tuixel z gscheit,
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Der Mousche hôt s binott doch keit,
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Dött leit as uffam Schraga.“
 
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Der Mousche zuiht en Wechsel rous:
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„He, Bäurle, mei’ sind Hof und Hous,
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So stôht es jetz dôhinna.
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Woisch, s Bôrga nimmt wia ällz a’n End!
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Jetz pack di futt mit Weib und Kind,
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Dô hilft koi’ Bitt und Pflenna!“
 
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Mei’ Bour, dear muaß ins Stüble nei’,
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Macht Beasa und trinkt Brenntawei’,
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Sait, was er brouch, des häab er:
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De ganz Nacht dur sei’ guati Ruah,
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S verreck em jetz koi’ Roß, koi’ Kuah,
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Koi’ Sou maih und koi’ Neaber.
 
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Sechs Ackerla, dia häb er noh,
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Se hoißet, wöll ma' s wissa, so:
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„Im langa Elendsgata,
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Im Leerdarm und im Magerboi’,
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Am Hungerberg und Jomerroi’
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Und in de schmale Schwata.“
 
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Und gang em au noh s Schnäpsle ous,
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Ear häb en Brunna voar em Hous,
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A rari Gurgelschwenke.
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Füar ihm dô geab as nia a Naut,
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Ear halt mit louter Beattelbraut
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S ganz Jôhr dur d Sichelhenke.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (27.2 KB)

Details zum Gedicht „S vergamtet Bäurle“

Autor
Michel Buck
Anzahl Strophen
8
Anzahl Verse
48
Anzahl Wörter
297
Entstehungsjahr
bis 1888
Epoche
Realismus,
Naturalismus

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „S vergamtet Bäurle“ des Autors Michel Buck. Der Autor Michel Buck wurde 1832 in Ertingen, Oberamt Riedlingen geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1888. Erscheinungsort des Textes ist Stuttgart. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her den Epochen Realismus oder Naturalismus zuordnen. Vor Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und daher anfällig für Fehler. Das 297 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 48 Versen mit insgesamt 8 Strophen. Weitere Werke des Dichters Michel Buck sind „Am Kinderbrunna“, „Am sechsta Meza anna 83ge“ und „An der Gmoi’dszuga“. Zum Autor des Gedichtes „S vergamtet Bäurle“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 55 Gedichte vor.

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