An meinen Kaktus von Joachim Ringelnatz

Du alter Stachelkaks,
Du bist kein Bohnerwachs,
Kein Gewächs, das die Liebe sich pflückt,
Sondern du bist nur ein bißchen verrückt.
 
Ich weiß, daß du wenig trinkst.
Du hast auch keinerlei Duft.
Aber, ohne daß du selber stinkst,
Saugst du Stubenmief ein wie Tropenluft.
 
Du springst niemals Menschen an oder Vieh.
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Wer aber mit Absicht oder versehentlich
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Sich einmal auf dich
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Setzte, vergißt dich nie.
 
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Ein betrunkener, lachender Neger
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Schenkte dich mir, du lustiges Kleines,
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Daß ich den Vater ersetze dir kantigem Ableger
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Eines verrückten, stets starren Stachelschweines.

Details zum Gedicht „An meinen Kaktus“

Anzahl Verse
4
Anzahl Zeilen
16
Anzahl Wörter
88
Entstehungsjahr
1933
Epoche
Exilliteratur

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „An meinen Kaktus“ ist Joachim Ringelnatz. Geboren wurde Ringelnatz im Jahr 1883 in Wurzen. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1933. Der Erscheinungsort ist Berlin. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her der Epoche Exilliteratur zuordnen. Bei Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit der Zurodnung. Die Auswahl der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und muss daher nicht unbedingt richtig sein. Das Gedicht besteht aus 16 Zeilen mit insgesamt 4 Versen und umfasst dabei 88 Worte. Weitere Werke des Dichters Joachim Ringelnatz sind „...als eine Reihe von guten Tagen“, „7. August 1929“ und „Abendgebet einer erkälteten Negerin“. Zum Autoren des Gedichtes „An meinen Kaktus“ haben wir auf abi-pur.de weitere 560 Gedichte veröffentlicht.

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