An mein Volk von Richard Dehmel

Ich möchte wol geehrt von Vielen sein,
und auch geliebt; ich weiß es wohl.
Aber niemals soll
mein Stolz und Wert mir drum gemein
mit hunderttausend Andern sein.
 
Ich hab ein großes Vaterland,
zehn Völkern schuldet meine Stirn
ihr bischen Hirn.
Ich habe nie das Volk gekannt,
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in dem mein reinster Wert entstand.
 
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In meiner Heimat steht ein Baum,
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den liebe ich, der steht so stolz
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über dem Mittelholz.
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Da träumt’ich manchen jungen Traum;
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er wurzelt tief, der hohe Baum.
 
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Da träumt’ich, daß der Mensch allein,
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von Hunderttausenden bewacht,
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sich eigner macht,
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bis auch die Völker sich befrein
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zum Volk ... mein Volk, wann wirst du sein?

Details zum Gedicht „An mein Volk“

Anzahl Verse
4
Anzahl Zeilen
20
Anzahl Wörter
108
Entstehungsjahr
1893
Epoche
Naturalismus,
Moderne

Gedicht-Analyse

Richard Dehmel ist der Autor des Gedichtes „An mein Volk“. Im Jahr 1863 wurde Dehmel in Wendisch-Hermsdorf, Mark Brandenburg geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1893. Erschienen ist der Text in München. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autoren lassen eine Zuordnung zu den Epochen Naturalismus oder Moderne zu. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben zur Epoche bei Verwendung. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Das Gedicht besteht aus 20 Zeilen mit insgesamt 4 Versen und umfasst dabei 108 Worte. Richard Dehmel ist auch der Autor für Gedichte wie „Chinesisches Trinklied“, „Dann“ und „Das Gesicht“. Zum Autoren des Gedichtes „An mein Volk“ haben wir auf abi-pur.de weitere 490 Gedichte veröffentlicht.

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