Prolog von Heinrich Heine

In Gemäldegallerieen
Siehst du oft das Bild des Mann’s,
Der zum Kampfe wollte ziehen,
Wohlbewehrt mit Schild und Lanz.
 
Doch ihn necken Amoretten,
Rauben Lanze ihm und Schwert,
Binden ihn mit Blumenketten,
Wie er auch sich mürrisch wehrt.
 
So, in holden Hindernissen,
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Wind’ ich mich mit Lust und Leid,
11 
Während Andre kämpfen müssen
12 
In dem großen Kampf der Zeit.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (23.7 KB)

Details zum Gedicht „Prolog“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
12
Anzahl Wörter
60
Entstehungsjahr
1844
Epoche
Junges Deutschland & Vormärz

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Prolog“ wurde von Heinrich Heine verfasst, einem der bedeutendsten deutschen Dichter des 19. Jahrhunderts, bekannt für seine Lyrik sowie seine satirische und kritische Prosa.

Der erste Eindruck des Gedichts erzeugt das Bild eines Mannes, der in einer Galerie abgebildet ist und bereit ist, in den Kampf zu ziehen, jedoch von Amoretten - mythologischen Liebesgöttern - daran gehindert wird. Diese verspielt-humorige Darstellung gibt einen ersten Eindruck von der grundlegend heiteren und zugleich tiefsinnigen Atmosphäre, die oftmals in Heine's Lyrik zu finden ist.

Inhaltlich betrachtet, beschreibt das Gedicht die Darstellung eines Kriegers, der durch Liebe und Frieden von kriegerischen Ambitionen abgelenkt wird. In der dritten Strophe wechselt die Perspektive zum lyrischen Ich, welches sich in einer ähnlichen Situation wiederfindet, als es sich von „holden Hindernissen“ ablenken lässt, während andere in „dem großen Kampf der Zeit“ um ihr Leben kämpfen. Mit diesen Zeilen könnte Heine seine eigene Position als Dichter und Künstler reflektieren, der sich in einer Welt des Friedens und der Freude bewegt, während um ihn herum der gesellschaftliche Alltagskampf tobt.

Formal besteht das Gedicht aus drei Quartetten mit Kreuzreimen. Die Sprache ist leicht verständlich und greift auf bekannte Motive und Bilder zurück, etwa die Mythen um die Amoretten und das häufig in der Kunst verwendete Motiv des kriegerischen Mannes als Symbol für Tapferkeit und Mut. Durch den Wechsel der Perspektive in der dritten Strophe und die Einbindung des lyrischen Ichs erhält das Gedicht eine persönliche, fast intim wirkende Dimension.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Heine in „Prolog“ auf scheinbar spielerische Weise tiefgründige Themen wie Liebe, Krieg und die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft verhandelt. Er stellt die unbeschwerte Welt der Kunst und des Dichters jener des alltäglichen Geschehens, des „großen Kampfes der Zeit“ gegenüber und erzeugt so eine Mischung aus Heiterkeit und Ernsthaftigkeit, die typisch für sein lyrisches Schaffen ist.

Weitere Informationen

Das Gedicht „Prolog“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Heinrich Heine. Der Autor Heinrich Heine wurde 1797 in Düsseldorf geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1844 zurück. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht der Epoche Junges Deutschland & Vormärz zuordnen. Heine ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 60 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 12 Versen mit insgesamt 3 Strophen. Heinrich Heine ist auch der Autor für Gedichte wie „Ahnung“, „Allnächtlich im Traume seh’ ich dich“ und „Almansor“. Zum Autor des Gedichtes „Prolog“ haben wir auf abi-pur.de weitere 535 Gedichte veröffentlicht.

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