Sonett 56 von Francesco Petrarca

Zum alten Kerker hat mich neu geführet
Amor, mit der Verheißung Schmeichellaut,
Den Schlüssel hat der Feindinn er vertraut,
Ob deren noch mein Herz sich selbst verlieret.
 
Gefangen war ich schon, eh’ ichs gespüret,
Doch floh ich aus der Haft, die mich umgraut —
Und wer ist wohl, der meinen Schwüren traut,
Daß Seufzer nur die Freyheit mir gebieret.
 
Gleich dem Gefangnen, den die Haft noch drückt,
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Ist mir der Fesseln größter Theil geblieben,
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In Aug’ und Stirne steht mein Herz geschrieben.
 
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Und wer mir nur ins bleiche Antlitz blickt,
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Der spricht: Wenn Blick und Urtheil mich nicht trügen,
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So war er nah dem Tode zu erliegen.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.1 KB)

Details zum Gedicht „Sonett 56“

Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
14
Anzahl Wörter
106
Entstehungsjahr
nach 1320
Epoche
Spätmittelalter

Gedicht-Analyse

Francesco Petrarca ist der Autor des Gedichtes „Sonett 56“. Petrarca wurde im Jahr 1304 in Arezzo geboren. Das Gedicht ist in der Zeit von 1320 bis 1374 entstanden. In Wien ist der Text erschienen. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text der Epoche Spätmittelalter zugeordnet werden. Prüfe bitte vor Verwendung die Angaben zur Epoche auf Richtigkeit. Die Zuordnung der Epoche ist auf zeitlicher Ebene geschehen. Da sich Literaturepochen zeitlich überschneiden, ist eine reine zeitliche Zuordnung häufig mit Fehlern behaftet. Das 106 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 14 Versen mit insgesamt 4 Strophen. Weitere bekannte Gedichte des Autors Francesco Petrarca sind „Sonett 104“, „Sonett 113“ und „Sonett 115“. Zum Autor des Gedichtes „Sonett 56“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 41 Gedichte vor.

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