An eine schöne Schlummernde von Heinrich Julius Ludwig von Rohr

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Schlummre sanft! Um dich, du Engel, müssen
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Himmelspalmen Kühlung wehn;
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Blümchen dir im Quell des Lebens sprießen,
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Und dein Schutzgeist um dich stehn!
 
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Milde Träume lieblich dich umschweben,
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Ach! und deines Dichters fernes Bild
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Dich in nie gewohnter Näh’ umschweben
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In der Dämm’rung Nebel eingehüllt!
 
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Daß verschleyernd seine tausend Mängel
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Du, o Himmlische! so hold ihm lachst!
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Und dadurch ihn seeliger als Engel,
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Hochbeglükter ihn als Götter machst! –
 
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Schlummre lange so! Doch eitles Hoffen! –
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Ja, die hohe Wonne ist dahin!
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O! schon sah ich deine Augen offen
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Meinen Himmel! und die Täuschung flieh’n!
 
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Nun erblikst du tausend, tausend Mängel,
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Unwerth bin ich nun, daß du mir lachst,
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Und dadurch mich seliger als Engel
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Hochbeglückter mich als Götter machst! –
 
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v. R.

Details zum Gedicht „An eine schöne Schlummernde“

Anzahl Verse
6
Anzahl Zeilen
21
Anzahl Wörter
122
Entstehungsjahr
1792
Epoche
Klassik

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „An eine schöne Schlummernde“ stammt aus der Feder des Autoren bzw. Lyrikers Heinrich Julius Ludwig von Rohr. Rohr wurde im Jahr 1767 in Holzhausen (heute Stadtteil von Kyritz) geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1792. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autoren kann der Text der Epoche Klassik zugeordnet werden. Die Angaben zur Epoche prüfe bitte vor Verwendung auf Richtigkeit. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da sich die Literaturepochen zeitlich teilweise überschneiden, ist eine reine zeitliche Zuordnung fehleranfällig. Das 122 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 21 Zeilen mit insgesamt 6 Versen. Weitere bekannte Gedichte des Autoren Heinrich Julius Ludwig von Rohr sind „An meinen Freund Herrn P. St.“ und „Epistel“. Zum Autoren des Gedichtes „An eine schöne Schlummernde“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de keine weiteren Gedichte vor.

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