An die blasse Sonne II von Paul Haller

Die Dämmerung fiebert, der Regen peitscht,
Die Düsternis würgt auf den Gassen,
Meines Zimmers schwärzliche Einsamkeit
Greift aus, meine Seele zu fassen.
 
Was glotzt ihr herab von der triefenden Wand,
Ihr Bilder, nur Schemen des Lebens.
Euch malte die Sonne, die Sonne ist tot,
Ihr spiegelt das Dunkel vergebens.
 
Sonne, Sonne, nur einen einzigen Strahl,
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Nur aus Wolken den blassesten Funken!
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Du strahltest einmal, du warest einmal,
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Doch deine Pracht ist versunken.
 
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Nur einen blassen, verschleierten Blick,
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So wird mich die Glut nicht verbrennen! –
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Nun fiebert die Dämmerung, der Regen peitscht,
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Details zum Gedicht „An die blasse Sonne II“

Autor
Paul Haller
Anzahl Verse
4
Anzahl Zeilen
16
Anzahl Wörter
97
Entstehungsjahr
nach 1898
Epoche
Naturalismus,
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „An die blasse Sonne II“ ist Paul Haller. Im Jahr 1882 wurde Haller in Rein bei Brugg geboren. Zwischen den Jahren 1898 und 1920 ist das Gedicht entstanden. In Aarau ist der Text erschienen. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her kann der Text den Epochen Naturalismus, Moderne, Expressionismus, Avantgarde / Dadaismus oder Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit zugeordnet werden. Vor Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und daher anfällig für Fehler. Das 97 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 16 Zeilen mit insgesamt 4 Versen. Der Dichter Paul Haller ist auch der Autor für Gedichte wie „1. August 1914“, „Abend“ und „Abseits (Haller)“. Zum Autoren des Gedichtes „An die blasse Sonne II“ haben wir auf abi-pur.de weitere 65 Gedichte veröffentlicht.

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