Abendmuse von Georg Trakl

Ans Blumenfenster wieder kehrt des Kirchturms Schatten
Und Goldnes. Die heiße Stirn verglüht in Ruh und Schweigen.
Ein Brunnen fällt im Dunkel von Kastanienzweigen –
Da fühlst du: es ist gut! in schmerzlichem Ermatten.
 
Der Markt ist leer von Sommerfrüchten und Gewinden.
Einträchtig stimmt der Tore schwärzliches Gepränge.
In einem Garten tönen sanften Spieles Klänge,
Wo Freunde nach dem Mahle sich zusammenfinden.
 
Des weißen Magiers Märchen lauscht die Seele gerne.
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Rund saust das Korn, das Mäher nachmittags geschnitten.
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Geduldig schweigt das harte Leben in den Hütten;
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Der Kühe linden Schlaf bescheint die Stallaterne.
 
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Von Lüften trunken sinken balde ein die Lider
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Und öffnen leise sich zu fremden Sternenzeichen.
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Endymion taucht aus dem Dunkel alter Eichen
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Und beugt sich über trauervolle Wasser nieder.

Details zum Gedicht „Abendmuse“

Autor
Georg Trakl
Anzahl Verse
4
Anzahl Zeilen
16
Anzahl Wörter
121
Entstehungsjahr
1913
Epoche
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Georg Trakl ist der Autor des Gedichtes „Abendmuse“. Trakl wurde im Jahr 1887 in Salzburg geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1913. Der Erscheinungsort ist Leipzig. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autoren lassen eine Zuordnung zur Epoche Expressionismus zu. Bei Trakl handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das vorliegende Gedicht umfasst 121 Wörter. Es baut sich aus 4 Versen auf und besteht aus 16 Zeilen. Der Dichter Georg Trakl ist auch der Autor für Gedichte wie „Die junge Magd“, „Die schöne Stadt“ und „Drei Blicke in einen Opal“. Auf abi-pur.de liegen zum Autoren des Gedichtes „Abendmuse“ weitere 59 Gedichte vor.

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