Lied aus einem Berliner Droschkenfenster von Joachim Ringelnatz

Auf dem Asphalt das Blut und das verspritzte Gehirn
Verlaufen in zierlichen Fädchen.
Ein Fädchen kann sein aus Seide oder Zwirn.
Damit nähen und sticken die Mädchen.
 
Sie nähen einen Saum, und sie sticken ein „B“
In ein seifensteifes Unterhöschen.
Im Kielwasser eines Dampfers auf See
Ersäuft ein vertrocknetes Röschen.
 
Mein Onkel im Rostocker Rathaus erschrickt
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Über eine sich lösende Tapete.
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Der hat einmal eine Sternschnuppe erblickt,
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Die sah aus wie eine Rakete.
 
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Wenn der Gaul sich auf dem Spittelmarkt mal hinlegen will,
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Na, dann soll man das dem Vieh auch nicht verwehren.
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Nee, dann trink’ ich meinen Gilka. Und belausche dabei still,
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Wie die Wanzen sich im Polstersamt vermehren.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.6 KB)

Details zum Gedicht „Lied aus einem Berliner Droschkenfenster“

Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
16
Anzahl Wörter
110
Entstehungsjahr
1924
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Lied aus einem Berliner Droschkenfenster“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Joachim Ringelnatz. 1883 wurde Ringelnatz in Wurzen geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1924 entstanden. Der Erscheinungsort ist München. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zu den Epochen Moderne oder Expressionismus zu. Bei Ringelnatz handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epochen. Das Gedicht besteht aus 16 Versen mit insgesamt 4 Strophen und umfasst dabei 110 Worte. Weitere bekannte Gedichte des Autors Joachim Ringelnatz sind „Abendgebet einer erkälteten Negerin“, „Abermals in Zwickau“ und „Abgesehen von der Profitlüge“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Lied aus einem Berliner Droschkenfenster“ weitere 560 Gedichte vor.

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