Leid um Pascin von Joachim Ringelnatz

Ach, ist das Leben schwer.
 
Pascin nahm sich das Leben.
 
Nun steht ein Haus der Freundschaft leer,
Wo sich so viel begeben.
 
Wie lang ist's her,
Daß ich ihn dort verließ.
Mir tat der Abschied heimlich weh.
 
Ich meine, daß ich nun Paris
Nie wiederseh.
 
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Das Herz auf dem Montmartre brach.
 
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Adieu Pascin. — Es blieben
12 
Zwei Bilder treu an meiner Wand.
 
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Die Menschen, die ihm nach
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Noch leben und so lieben —:
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Ihr Wenigen, laßt Hand in Hand.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.1 KB)

Details zum Gedicht „Leid um Pascin“

Anzahl Strophen
8
Anzahl Verse
15
Anzahl Wörter
77
Entstehungsjahr
1932
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Leid um Pascin“ wurde von Joachim Ringelnatz verfasst, einem deutschen Schriftsteller und Kabarettisten, der vor allem als Humorist bekannt ist. Er lebte von 1883 bis 1934, wodurch das Gedicht zeitlich der Moderne zugeordnet werden kann.

Auf den ersten Blick fällt auf, dass das Gedicht eine melancholische, fast traurige Stimmung transportiert. Durch den Bruch mit Ringelnatz‘ sonst humoristischen Werken, könnte beim Leser ein Gefühl von Überraschung aufkommen.

In Bezug auf den Inhalt thematisiert das Gedicht den Tod des Malers Pascin und die Reaktion des lyrischen Ichs darauf. Pascin hat Selbstmord begangen, wie aus Vers 2 hervorgeht. Im weiteren Verlauf wird klar, dass das lyrische Ich eine persönliche Beziehung zu Pascin hatte und nun um ihn trauert. Es erinnert sich an gemeinsame Zeiten in Paris und seinem Haus der Freundschaft, dass nun leer steht. Es drückt den Schmerz des Abschieds aus und die endgültige Abwesenheit Pascins, symbolisiert durch das „nie wiedersehen“ von Paris. Es erweckt den Eindruck, dass das lyrische Ich nicht mehr in die Stadt zurückkehren möchte, die mit dem Verlust assoziiert wird. Es behält jedoch zwei Bilder von Pascin, die ihm als Erinnerung dienen. Am Ende appelliert das lyrische Ich an die Menschen, die Pascin nahestanden, zusammenzuhalten und gemeinsam zu trauern.

Formal besteht das Gedicht aus acht Strophen mit wechselnder Versanzahl, aber durchgehend zweihebigen Jamben. Die Strophenform und die Länge der Verse sind somit eher unregelmäßig, was das uneinheitliche Gefühl von Trauer und Verlust betonen könnte.

Sprachlich ist das Gedicht eher einfach gehalten, es verzichtet auf komplizierte Metaphern oder Wortspiele. Die Sprache ist direkt und ehrlich, was den painfulgen Ausdruck der persönlichen Trauer unterstreicht.

Zusammengefasst ist „Leid um Pascin“ ein emotional aufgeladenes Gedicht, dass den Schmerz des lyrischen Ichs nach dem Verlust eines Freundes thematisiert. Trotz der einfachen Sprache und Form gelingt es Ringelnatz, tiefe Emotionen auszudrücken und den Leser zu berühren.

Weitere Informationen

Der Autor des Gedichtes „Leid um Pascin“ ist Joachim Ringelnatz. Ringelnatz wurde im Jahr 1883 in Wurzen geboren. 1932 ist das Gedicht entstanden. In Berlin ist der Text erschienen. Aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text den Epochen Moderne oder Expressionismus zugeordnet werden. Bei dem Schriftsteller Ringelnatz handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epochen. Das 77 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 15 Versen mit insgesamt 8 Strophen. Weitere bekannte Gedichte des Autors Joachim Ringelnatz sind „Afrikanisches Duell“, „Alone“ und „Alte Winkelmauer“. Zum Autor des Gedichtes „Leid um Pascin“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 560 Gedichte vor.

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