An der Ecke von Rainer Maria Rilke

Der Winter kommt und mit ihm meine Alte,
die an der Ecke stets Kastanien briet.
Ihr Antlitz schaut aus einer Tücherspalte
froh und gesund, ob Falte auch bei Falte
seit vielen Jahren es durchzieht.
 
Und tüchtig ist sie, ja, das will ich meinen;
die Tüten müssen rein sein, und das Licht
an ihrem Stand muß immer helle scheinen,
und von dem Ofen mit den krummen Beinen
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verlangt sie streng die heiße Pflicht.
 
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So trefflich schmort auch keine die Maroni.
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Dabei bemerkt sie, wer des Weges zieht,
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und alle kennt sie – bis zum Tramwaypony;
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sie treibts ja Jahre schon, die alte Toni …
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Und leise summt ihr Herd sein Lied.

Details zum Gedicht „An der Ecke“

Anzahl Verse
3
Anzahl Zeilen
15
Anzahl Wörter
108
Entstehungsjahr
nach 1891
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „An der Ecke“ ist Rainer Maria Rilke. Im Jahr 1875 wurde Rilke in Prag geboren. Im Zeitraum zwischen 1891 und 1926 ist das Gedicht entstanden. Frankfurt am Main ist der Erscheinungsort des Textes. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autoren lassen eine Zuordnung zur Epoche Moderne zu. Rilke ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 108 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 15 Zeilen mit insgesamt 3 Versen. Rainer Maria Rilke ist auch der Autor für Gedichte wie „Absaloms Abfall“, „Adam“ und „Advent“. Auf abi-pur.de liegen zum Autoren des Gedichtes „An der Ecke“ weitere 337 Gedichte vor.

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