Johannis Chrysostomi Worte von Andreas Gryphius

DIe Königin’ ergrimm’t: Gedult kan überwinden.
Sie jagt mich auß der Stadt: deß HErren ist die Welt;
Sie schneidet / der Prophet / ward durch die Qual gefällt.
Sie hat das Meer; im Meer kan Jonas rettung finden.
Sie dreut mit Glutt: die nicht die Knaben könt entzünden.
Mit Löwen: Daniel wurd durch sie frey gestellt.
Mit Steinen: Stephanus drang so ins Himmels zelt.
Sie zuckt das Schwerdt; das vor den Täuffer kont entbinden.
Sie greifft nach meinem Gutt: Verlust ist mein Gewinn;
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Bloß kam ich auff die Welt / bloß fahr ich wieder hin.
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Sie schmäht: diß ist der Ruhm der Seelen die Gott lieben.
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Sie schlägt mein bitten auß: der Himmel nimmt es an.
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Sie wegert mir Verhör; itzt hört mich Jederman.
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Sie bann’t: Ich bin ins Buch deß Lebens eingeschrieben.
Arbeitsblatt zum Gedicht
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Details zum Gedicht „Johannis Chrysostomi Worte“

Anzahl Strophen
1
Anzahl Verse
14
Anzahl Wörter
132
Entstehungsjahr
1658
Epoche
Barock

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Johannis Chrysostomi Worte“ des Autors Andreas Gryphius. Der Autor Andreas Gryphius wurde 1616 in Glogau geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1658 zurück. Der Erscheinungsort ist Breßlau. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zur Epoche Barock zu. Gryphius ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche.

Die Literaturepoche des Barocks erstreckt sich über den Zeitraum von 1600 bis etwa 1720. Diesen Zeitraum kann man in drei Abschnitte unterteilen: Frühbarock, Hochbarock und Spätbarock. Die Literaturepoche des Barocks ist durch ein bedeutendes Ereignis geprägt, dem Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648. Durch die schlechten sanitären Bedingungen konnten sich Infektionskrankheiten schnell ausbreiten. Rund dreißig Prozent der Menschen kamen durch den Krieg und sich ausbreitenden Seuchen, wie etwa der Pest, ums Leben. Durch die massive Verminderung der Bevölkerung schwächte sich das wirtschaftliche Leben zunehmend ab. Der Barock in der deutschen Literaturgeschichte wurde von Gegensätzen geprägt. Dabei standen vorwiegend das Jenseits und das Diesseits oder der Schein und das Sein im Mittelpunkt der Literatur. Von Gegensätzen beeinflusst war auch das Leben der Menschen. So lebte die Mehrheit der Bevölkerung in Armut, Adelige hingegen lebten einen luxuriösen Lebensstil. In der vorausgegangenen Epoche (Renaissance) waren noch viele Dichtungen in lateinischer Sprache veröffentlicht worden. Mit dem Barock begann jedoch die Zeit der deutschsprachigen Literatur. Dichter und Werke sind zahlreich in dieser Zeit. Martin Opitz, Andreas Gryphius oder Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen sind unverkennbare Vertreter der Literaturepoche des Barocks.

Das 132 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 14 Versen mit nur einer Strophe. Der Dichter Andreas Gryphius ist auch der Autor für Gedichte wie „An Gott den Heiligen Geist“, „An H. Christoph von Dihr“ und „An Jolinden“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Johannis Chrysostomi Worte“ weitere 461 Gedichte vor.

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