Im grauen Nachbarhause von Marie Eugenie Delle Grazie

Im grauen Nachbarhause
Sonnt sich tagaus, tagein
Auf schmalem Fenstersimse
Ein Kätzchen, schmuck und fein.
 
Es putzt die weißen Pfoten
Und blinzt mir in’s Gemach,
Am liebsten aber flög’ es
Den grauen Spatzen nach.
 
Die zwitschern in der Rinne
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Und streiten um ein Korn,
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Es gellt die halbe Straße
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Von ihrem lauten Zorn.
 
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Zwei Mönche wandern bettelnd
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Und müd’ von Haus zu Haus:
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Hier schmäht man sie, dort schreiten
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Sie fromm bedacht heraus.
 
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Die Eseltreiber nicken
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Auf ihren Karren ein,
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Und nur die Brunnen schwatzen
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Im lieben Sonnenschein;
 
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Und nur die Tauben flattern
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Erregt von Dach zu Dach –
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Da ruft Kanonendonner
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Die Mittagsglocken wach.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.7 KB)

Details zum Gedicht „Im grauen Nachbarhause“

Anzahl Strophen
6
Anzahl Verse
24
Anzahl Wörter
105
Entstehungsjahr
1892
Epoche
Realismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Im grauen Nachbarhause“ stammt aus der Feder der Autorin bzw. Lyrikerin Marie Eugenie Delle Grazie. Im Jahr 1864 wurde Delle Grazie in Weißkirchen (Bela Crkva) geboren. Im Jahr 1892 ist das Gedicht entstanden. Leipzig ist der Erscheinungsort des Textes. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten der Autorin lassen eine Zuordnung zur Epoche Realismus zu. Die Schriftstellerin Delle Grazie ist eine typische Vertreterin der genannten Epoche. Das 105 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 24 Versen mit insgesamt 6 Strophen. Weitere bekannte Gedichte der Autorin Marie Eugenie Delle Grazie sind „Abendsonnenschein“, „Abschied“ und „Addio“. Auf abi-pur.de liegen zur Autorin des Gedichtes „Im grauen Nachbarhause“ weitere 71 Gedichte vor.

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