Im Mai kam ein Freier von Robert Burns

Im Mai kam ein Freier herunter das Thal
Und wollte die Ruhe mir rauben;
Ich sagte, ich haßte die Männer zumal
Er möcht’ mir, zum Teufel, doch glauben, doch glauben,
Er möcht’ mir zum Teufel doch glauben!
 
Er sagte, mein Auge hätt’s an ihm gethan,
Er stürbe für mich mit Vergnügen;
Ich sprach: er mög’ sterben, was ging’ das mich an, –
Vergieb mir, mein Himmel, das Lügen, das Lügen,
10 
Vergieb mir, mein Himmel, das Lügen!
 
11 
Ein freundliches Gut und er selber der Herr –
12 
Er fragte, ob das mir würd’ frommen. –
13 
Ich sagte, daß Alles mir gleichgültig wär’ –
14 
Doch dacht’: ’s würden Schlecht’re noch kommen, noch kommen
15 
Doch dacht’: ’s würden Schlecht’re noch kommen.
 
16 
Es mochte wohl acht bis neun Tage her sein,
17 
Da ward ihm das Sprechen zu sauer.
18 
Er ging zu Tant’ Bessie und ließ mich allein
19 
Und legt’ sich bei ihr auf die Lauer, die Lauer,
20 
Und legt’ sich bei ihr auf die Lauer.
 
21 
Wie wurde mir bang, als er wirklich nun fort –
22 
Ich mußt’ meine Tante ’mal sehen;
23 
Ich fand meinen Freier natürlich noch dort,
24 
Und schrie, wie wenn ’nen Geist ich gesehen, gesehen
25 
Und schrie, wie wenn ’nen Geist ich gesehen.
 
26 
Doch über die Schulter sah lieb ich ihn an,
27 
Die Frauen, die lachten bei’m Rädchen,
28 
Mein Freier, der wankte, als wär’ er im Thran
29 
Und schwur: ich sei wieder sein Mädchen, sein Mädchen
30 
Und schwur: ich sei wieder sein Mädchen.
 
31 
Ich fragte die Tante gar lieblich und süß,
32 
Wie’s wäre mit ihrem Schwerhören,
33 
Und ob ihr noch immer so frören die Füß’ –
34 
Mein Gott! Fing er da an zu schwören, zu schwören!
35 
Mein Gott! Fing er da an zu schwören!
 
36 
Er schwur und er bat, ich möcht’ werden sein Weib,
37 
Sonst würden ihn tödten die Sorgen;
38 
Und so, zu erhalten den blühenden Leib,
39 
Ich denke, ich nehm’ ihn nur morgen , nur morgen,
40 
Ich denke, ich nehm’ ihn nur morgen.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.9 KB)

Details zum Gedicht „Im Mai kam ein Freier“

Autor
Robert Burns
Anzahl Strophen
8
Anzahl Verse
40
Anzahl Wörter
319
Entstehungsjahr
1795
Epoche
Klassik

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Im Mai kam ein Freier“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Robert Burns. Im Jahr 1759 wurde Burns in Alloway (Ayrshire) geboren. Im Jahr 1795 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Berlin. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text der Epoche Klassik zugeordnet werden. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Basis geschehen. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben bei Verwendung. Das vorliegende Gedicht umfasst 319 Wörter. Es baut sich aus 8 Strophen auf und besteht aus 40 Versen. Der Dichter Robert Burns ist auch der Autor für Gedichte wie „An die Waldlerche“, „An einen Kuß“ und „Betrog’ner Bursch“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Im Mai kam ein Freier“ weitere 101 Gedichte vor.

+ Wie analysiere ich ein Gedicht?

Daten werden aufbereitet

Weitere Gedichte des Autors Robert Burns (Infos zum Autor)

Zum Autor Robert Burns sind auf abi-pur.de 101 Dokumente veröffentlicht. Alle Gedichte finden sich auf der Übersichtsseite des Autors.