Im Hirn spukt mir ein Mährchen wunderfein von Heinrich Heine

Im Hirn spukt mir ein Mährchen wunderfein,
Und in dem Mährchen klingt ein feines Lied,
Und in dem Liede lebt und webt und blüht
Ein wunderschönes, zartes Mägdelein.
Und in dem Mägdlein wohnt ein Herzchen klein,
Doch in dem Herzchen keine Liebe glüht;
In dieses lieblos frostige Gemüth
Kam Hochmuth nur und Uebermuth hinein.
Hörst du wie mir im Kopf’ das Mährchen klinget?
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Und wie das Liedchen summet ernst und schaurig?
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Und wie das Mägdlein kichert leise, leise?
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Ich fürchte nur, daß mir der Kopf zerspringet:
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Und, ach! da wär’s doch gar entsetzlich traurig,
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Käm’ der Verstand mir aus dem alten Gleise.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.3 KB)

Details zum Gedicht „Im Hirn spukt mir ein Mährchen wunderfein“

Anzahl Strophen
1
Anzahl Verse
14
Anzahl Wörter
103
Entstehungsjahr
1817–1821
Epoche
Junges Deutschland & Vormärz

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichts ist Heinrich Heine, ein bedeutender deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts. Das von ihm verfasste Gedicht lässt sich zeitlich gesehen in die Epoche der Spätromantik einordnen.

Auf den ersten Eindruck wirkt das Gedicht gleichzeitig melancholisch und ironisch. Die Ironie könnte von Heine gezielt eingesetzt worden sein, um auf die Kritik an den Idealbildern der Romantik hinzuweisen. Zudem ist es komplex und anspruchsvoll, mit einer lebendigen Metaphorik und einem raffinierten Sprachspiel.

Im Gedicht erzählt das lyrische Ich von einem „Mährchen, das in seinem Kopf spukt“. Dieses Märchen wird durch ein Lied illustriert, in dem ein Mädchen lebt. Das Mädchen besitzt ein kleines Herz, in dem allerdings keine Liebe, sondern nur Hochmut und Übermut leben. Dieses Bild könnte auf eine Kritik an der romantischen Liebe und der Verklärung des Weiblichen hindeuten. Die besondere Form der Erzählung, bei der immer tiefere Schichten des Bewusstseins durchdrungen werden, erzeugt eine Atmosphäre der Unruhe und Unsicherheit.

Die Form des Gedichts ist streng und klassisch, mit vierzehn Versen, die in einem einzigen Strophenblock zusammengestellt sind. Die ausgewählte Sprache ist lyrisch und bildhaft, spiegelt aber deutlich die Unsicherheit und Unzufriedenheit des lyrischen Ichs mit der fantasievollen Vorstellungswelt in seinem Kopf wider. Insbesondere die wiederkehrende Frage „Hörst du...?“ könnte darauf hindeuten, dass das lyrische Ich dem Leser seine Gedanken und Gefühle näher bringen will.

Gehen wir nun auf die Form und Sprache des Gedichts genauer ein: Die gewählten Worte sind sorgfältig ausgewählt und zielen darauf ab, sowohl die optischen als auch die emotionalen Aspekte der dargestellten Szene hervorzuheben. Das Gedicht hat einen fast musikalischen Rhythmus, der durch den Reim und das Metrum aufrechterhalten wird. Zudem macht Heine durch den Wechsel von Innen- und Außenperspektive Gebrauch von der Möglichkeit, auf verschiedenen Ebenen mit der Wirklichkeit und den Erwartungen des Lesers zu spielen. Dies trägt zu der Komplexität und Tiefe des Gedichts bei. Abschließend kann man sagen, dass Heinrich Heine hier ein Gedicht geschaffen hat, das durch seine Komplexität und Tiefe beeindruckt und zum Nachdenken anregt.

Weitere Informationen

Der Autor des Gedichtes „Im Hirn spukt mir ein Mährchen wunderfein“ ist Heinrich Heine. Im Jahr 1797 wurde Heine in Düsseldorf geboren. Im Jahr 1821 ist das Gedicht entstanden. Hamburg ist der Erscheinungsort des Textes. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zur Epoche Junges Deutschland & Vormärz zu. Der Schriftsteller Heine ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 103 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 14 Versen mit nur einer Strophe. Der Dichter Heinrich Heine ist auch der Autor für Gedichte wie „Abenddämmerung“, „Ach, die Augen sind es wieder“ und „Ach, ich sehne mich nach Thränen“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Im Hirn spukt mir ein Mährchen wunderfein“ weitere 535 Gedichte vor.

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