An den Knaben Elis von Georg Trakl

Elis, wenn die Amsel im schwarzen Wald ruft,
Dieses ist dein Untergang.
Deine Lippen trinken die Kühle des blauen Felsenquells.
 
Laß, wenn deine Stirne leise blutet
Uralte Legenden
Und dunkle Deutung des Vogelflugs.
 
Du aber gehst mit weichen Schritten in die Nacht,
Die voll purpurner Trauben hängt
Und du regst die Arme schöner im Blau.
 
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Ein Dornenbusch tönt,
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Wo deine mondenen Augen sind.
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O, wie lange bist, Elis, du verstorben.
 
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Dein Leib ist eine Hyazinthe,
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In die ein Mönch die wächsernen Finger taucht.
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Eine schwarze Höhle ist unser Schweigen,
 
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Daraus bisweilen ein sanftes Tier tritt
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Und langsam die schweren Lider senkt.
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Auf deine Schläfen tropft schwarzer Tau,
 
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Das letzte Gold verfallener Sterne.

Details zum Gedicht „An den Knaben Elis“

Autor
Georg Trakl
Anzahl Verse
7
Anzahl Zeilen
19
Anzahl Wörter
112
Entstehungsjahr
1913
Epoche
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „An den Knaben Elis“ stammt aus der Feder des Autoren bzw. Lyrikers Georg Trakl. Im Jahr 1887 wurde Trakl in Salzburg geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1913 entstanden. Erscheinungsort des Textes ist Leipzig. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her der Epoche Expressionismus zuordnen. Bei dem Schriftsteller Trakl handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das 112 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 19 Zeilen mit insgesamt 7 Versen. Weitere bekannte Gedichte des Autoren Georg Trakl sind „Allerseelen“, „De profundis“ und „Der Gewitterabend“. Zum Autoren des Gedichtes „An den Knaben Elis“ haben wir auf abi-pur.de weitere 59 Gedichte veröffentlicht.

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