Ich sah dich gern im Sonnenschein von Wilhelm Busch

Ich sah dich gern im Sonnenschein,
Wenn laut die Vöglein sangen,
Wenn durch die Wangen und Lippen dein
Rosig die Strahlen drangen.
 
Ich sah dich auch gern im Mondenlicht
Beim Dufte der Jasminen,
Wenn mir dein freundlich Angesicht
So silberbleich erschienen.
 
Doch, Mädchen, gern hätt’ ich dich auch,
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Wenn ich dich gar nicht sähe,
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Und fühlte nur deines Mundes Hauch
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In himmlisch warmer Nähe.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24 KB)

Details zum Gedicht „Ich sah dich gern im Sonnenschein“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
12
Anzahl Wörter
64
Entstehungsjahr
nach 1848
Epoche
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz,
Realismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Ich sah dich gern im Sonnenschein“ wurde von Wilhelm Busch verfasst, einem deutschen Dichter und Zeichner, der hauptsächlich im 19. Jahrhundert tätig war.

Auf den ersten Eindruck wirkt das Gedicht sehr romantisch und gefühlvoll. Es scheint von tiefen Emotionen und Zuneigung geprägt zu sein, welche das lyrische Ich gegenüber einer unbekannten Person, vermutlich einer Frau, äußert.

Der Inhalt des Gedichts dreht sich um die Verbundenheit des lyrischen Ichs zu einer anderen Person und wie diese in verschiedenen Lichtern und Situationen wahrgenommen wird. In der ersten Strophe betont das lyrische Ich, wie sehr es die andere Person im Sonnenlicht genießt, wie rosig das Licht auf deren Wangen und Lippen scheint. In der zweiten Strophe wird die Szenerie ins Mondlicht verlegt und es wird ausgedrückt, dass das lyrische Ich die andere Person auch im Silberschein des Mondes sehr gerne sieht. Die dritte und letzte Strophe nimmt eine Wendung, indem das lyrische Ich bekundet, dass es die andere Person gerne hätte, selbst wenn es sie gar nicht sehen könnte. Stattdessen wäre die bloße Nähe und der Hauch des anderen Mundes ausreichend.

Die Aussage des lyrischen Ichs scheint also zu sein, dass es eine tiefe Verbundenheit und Zuneigung gegenüber der anderen Person empfindet und diese sowohl in hellem Sonnenlicht, sanftem Mondlicht als auch ohne visuelle Wahrnehmung schätzt und begehrt.

In Bezug auf die Form des Gedichts können wir beobachten, dass das Gedicht in drei Strophen unterteilt ist, jede davon besteht aus vier Versen. In puncto Reimstruktur folgt das Gedicht einem AABB-Schema, wobei die ersten beiden und die letzten beiden Verse jeder Strophe miteinander reimen.

Sprachlich ist das Gedicht klar und gut verständlich. Die Wortwahl ist einfach und unkompliziert gehalten, dennoch schafft es Busch durch den Einsatz von visuellen und sinnlichen Beschreibungen, eine intensive emotionale Atmosphäre zu schaffen, die den Leser in den romantischen Kontext des Gedichts hineinzieht. Beschreibungen wie „rosig die Strahlen“, „silberbleich“ und „himmlisch warmer Nähe“ vermitteln dem Leser eine sehr lebendige Vorstellung von den dargestellten Szenarien und unterstreichen die Romantik und Emotionalität des Gedichts.

Weitere Informationen

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Ich sah dich gern im Sonnenschein“ des Autors Wilhelm Busch. Busch wurde im Jahr 1832 in Wiedensahl geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes liegt zwischen den Jahren 1848 und 1908. Der Erscheinungsort ist Wiesbaden u. Berlin. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Biedermeier, Junges Deutschland & Vormärz, Realismus, Naturalismus oder Moderne kann aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben zur Epoche bei Verwendung. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Das Gedicht besteht aus 12 Versen mit insgesamt 3 Strophen und umfasst dabei 64 Worte. Weitere Werke des Dichters Wilhelm Busch sind „Auf den Sonntag früh Morgen“, „Bedächtig“ und „Befriedigt“. Zum Autor des Gedichtes „Ich sah dich gern im Sonnenschein“ haben wir auf abi-pur.de weitere 208 Gedichte veröffentlicht.

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