Hoffnung von Erich Mühsam

Von meiner Hoffnung laß ich nicht,
ich ließe denn mein Leben,
daß einmal noch das Weltgericht
ein Lächeln muß umschweben.
 
Und kann es nicht durch Gott geschehn,
daß sich die Menschheit liebe,
so muß es mit dem Teufel gehn,
dem sich die Welt verschriebe.
 
Der Teufel hol Gesetz und Zwang
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samt allen toten Lettern!
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Er leih dem Geiste Mut und Drang,
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die Tafeln zu zerschmettern!
 
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Am Anfang trennte Gottes Rat
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die Guten von den Bösen.
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Am Ende steht die Menschentat,
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den Gottesbann zu lösen.
 
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Stumm starrt der Weltengeist und friert,
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wo wild Begriffe toben.
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Wenn einst das Wort die Tat gebiert,
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wird er uns lächelnd loben.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.3 KB)

Details zum Gedicht „Hoffnung“

Anzahl Strophen
5
Anzahl Verse
20
Anzahl Wörter
106
Entstehungsjahr
1920
Epoche
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Hoffnung“ ist Erich Mühsam. Der Autor Erich Mühsam wurde 1878 in Berlin geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1920 zurück. Der Erscheinungsort ist München. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her der Epoche Expressionismus zuordnen. Mühsam ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 106 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 20 Versen mit insgesamt 5 Strophen. Erich Mühsam ist auch der Autor für Gedichte wie „Das Volk der Denker“, „Das Neue Deutschland“ und „Der Anarchisterich“. Zum Autor des Gedichtes „Hoffnung“ haben wir auf abi-pur.de weitere 57 Gedichte veröffentlicht.

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