Hinter Smichov von Rainer Maria Rilke
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Hin gehn durch heißes Abendrot |
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aus den Fabriken Männer, Dirnen, – |
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auf ihre niedern, dumpfen Stirnen |
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schrieb sich mit Schweiß und Ruß die Not. |
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Die Mienen sind verstumpft; es brach |
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das Auge. Schwer durchschlürft die Sohle |
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den Weg, und Staub zieht und Gejohle |
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wie das Verhängnis ihnen nach. |
Details zum Gedicht „Hinter Smichov“
Rainer Maria Rilke
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8
47
nach 1891
Moderne
Gedicht-Analyse
Das Gedicht „Hinter Smichov“ stammt aus der Feder des bekannten deutschsprachigen Dichters Rainer Maria Rilke, der von 1875 bis 1926 lebte. Daher lässt sich das Werk zeitlich der Moderne zuordnen, einer Epoche, die häufig mit neuen Formen von Dichtung und anderen gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen assoziiert wird.
Das Gedicht macht auf den ersten Blick einen düsteren, intensiven Eindruck und taucht die Leser in eine schwerfällige, belastende Atmosphäre ein. Die Visualisierung der Arbeiter und Dirnen, die nach einem harten Tag aus Fabriken zurückkehren, vermittelt ein Bild von körperlicher und seelischer Erschöpfung. Die Not und das Elend dieser Menschen wird sichtbar durch die deutlichen Symbole des Schweißes und Rußes, die auf ihren niedrigen und dumpfen Stirnen stehen.
Die Botschaft des lyrischen Ichs ist klar und direkt: Es zeigt uns die harte Realität der Arbeiterklasse, ihre Müdigkeit und Hoffnungslosigkeit. Es veranschaulicht, wie sie nicht nur körperlich unter der Last ihrer Arbeit leiden, sondern auch geistig unterdrückt werden - ihre Mienen sind „verstumpft“, ihr Auge „brach“. Es ist eine Kritik an den Zuständen der industriellen Gesellschaft, der Ausbeutung und Unmenschlichkeit.
Form und Sprache des Gedichts sind relativ einfach und unkompliziert, was jedoch die Intensität und Eindringlichkeit der Botschaft nicht mindert. Rilke verwendet klare, starke Bilder und Metaphern, um die Schmerzen und Schwierigkeiten der Arbeiterklasse zu vermitteln. Die Strophen sind mit jeweils vier Versen kurz und prägnant, was dem Gedicht einen strukturierten und gleichzeitig drastischen Rhythmus verleiht. Durch diese Kombination ist das Lyrische Ich in der Lage, seine Botschaft - eine Kritik an der industriellen Gesellschaft und ihren Auswirkungen auf die Arbeiterklasse - deutlich und eindringlich zu vermitteln.
Weitere Informationen
Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Hinter Smichov“ des Autors Rainer Maria Rilke. Im Jahr 1875 wurde Rilke in Prag geboren. Im Zeitraum zwischen 1891 und 1926 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Frankfurt am Main. Eine Zuordnung des Gedichtes zur Epoche Moderne kann aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Rilke ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 8 Versen mit insgesamt 2 Strophen und umfasst dabei 47 Worte. Die Gedichte „Absaloms Abfall“, „Adam“ und „Advent“ sind weitere Werke des Autors Rainer Maria Rilke. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Hinter Smichov“ weitere 338 Gedichte vor.
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