Himmelsklöße von Joachim Ringelnatz

Je mehr Kinder dabei mitmachen,
Umso mehr giebt es nachher zu lachen.
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Dicke Papiere sind nicht zu gebrauchen.
Man muß Zeitung oder Briefe von Vaters Schreibtisch nehmen.
Keiner darf sich schämen,
Das Papier mit der Hand in den Nachttopf zu tauchen.
Wenn es ganz weich ist, wird es zu Klößen geballt
Und mit aller Wucht gegen die Decke geknallt.
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Man darf auch vorher schnell noch Popel hineinkneten.
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Solche Klöße bleiben oben minutenlang kleben.
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Jedes Kind muß nun unter einen der Klöße treten
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Und den offenen Mund nach der Decke erheben.
 
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Vorher singen alle im Rund:
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„Lieber Himmel tu uns kund,
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Wer hat einen bösen Mund.“
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Bis der erste Kloß runterfällt
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Und trifft zum Beispiel Fannis Gesicht.
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Dann wird die Fanni umstellt.
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Und alle singen (nur Fanni nicht):
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„Schweinehündin, Schweinehund!
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Himmelsklöße taten kund:
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Du hast einen bösen Mund.
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Sperrt sie in den Kleiderschrank
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Wegen ihrem Mordsgestank.“
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Steckt eurem Vater frech die Zunge
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Heraus. Und ruft: „Prost Lausejunge!“
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Dann — wenn er vorher auch noch grollte —
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Vergißt er, daß er euch prügeln wollte
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26 KB)

Details zum Gedicht „Himmelsklöße“

Anzahl Strophen
2
Anzahl Verse
30
Anzahl Wörter
170
Entstehungsjahr
1924
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Joachim Ringelnatz ist der Autor des Gedichtes „Himmelsklöße“. Der Autor Joachim Ringelnatz wurde 1883 in Wurzen geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1924 entstanden. Erscheinungsort des Textes ist Potsdam. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text den Epochen Moderne oder Expressionismus zugeordnet werden. Der Schriftsteller Ringelnatz ist ein typischer Vertreter der genannten Epochen. Das Gedicht besteht aus 30 Versen mit insgesamt 2 Strophen und umfasst dabei 170 Worte. Der Dichter Joachim Ringelnatz ist auch der Autor für Gedichte wie „Abglanz“, „Abschied von Renée“ und „Abschiedsworte an Pellka“. Zum Autor des Gedichtes „Himmelsklöße“ haben wir auf abi-pur.de weitere 560 Gedichte veröffentlicht.

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