Hilflose Tiere von Joachim Ringelnatz

Wenn ein Hund kotzt, soll man keinen Augenblick
Ihn dann stören,
Soll man auf ihn hören.
Töne sind Bruchstücke von Musik.
 
Ob geräuschvoll oder leise,
Massig oder klein bei klein –
Kann es doch die schönste Speise,
Kann es beispielsweise
Hammelkeule in Madeira sein.
 
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Auch das Dichten ist ein Vonsichgeben.
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Eisen bricht. Und alles geht vorbei,
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Auch die Wolke und das Leben.
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Und ein einz’ger Koch verdirbt den ganzen Brei.
 
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Mag sich also keiner überheben,
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der auf Menschtum und Gesundheit protzt.
 
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Wenn ein Hündchen kotzt –
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Öffentlich genau so wie zu Hause –
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Sollst du mit ihm leiden,
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Maulkorb ihm durchschneiden;
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Denn sonst wirkt der Korb wie eine Brause.
 
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Will das Rührende dir häßlich scheinen,
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Denke: Großes spiegelt sich im Kleinen.
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Wirst dich doch der eignen Übelkeit
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Niemals schämen.
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Gönne Tieren wenigstens die Zeit,
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Widerwärtiges zurückzunehmen.
 
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Oder laß das ruhig liegen. Weil
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Roheit niemals Glück bringt oder Segen.
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Jeder soll vor seiner Türe fegen.
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Und die Stiefelsohle ist kein Körperteil.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.1 KB)

Details zum Gedicht „Hilflose Tiere“

Anzahl Strophen
7
Anzahl Verse
30
Anzahl Wörter
158
Entstehungsjahr
1928
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Hilflose Tiere“ ist Joachim Ringelnatz. Der Autor Joachim Ringelnatz wurde 1883 in Wurzen geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1928 zurück. Der Erscheinungsort ist Berlin. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Moderne oder Expressionismus kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Bei Ringelnatz handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epochen. Das Gedicht besteht aus 30 Versen mit insgesamt 7 Strophen und umfasst dabei 158 Worte. Weitere Werke des Dichters Joachim Ringelnatz sind „...als eine Reihe von guten Tagen“, „7. August 1929“ und „Abendgebet einer erkälteten Negerin“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Hilflose Tiere“ weitere 560 Gedichte vor.

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