An das Leben von Frank Wedekind

Wenn mir dereinst von dieser Seuche
Genesung wird im kühlen Grab,
Dann sei, daß Jung und Alt entfleuche,
Mein Denkmal eine Vogelscheuche:
Mein Hut auf meinem Wanderstab.
 
Der Hut war schwarz und breitgerändert,
Im Herbst von dunklem Grün umlaubt.
Wie hat der Winter ihn verändert!
Jetzt deckt er schmutzig, schlapp, entbändert
10 
Mein müdes frühgebeugtes Haupt.
 
11 
Den Stecken hielt ich friedlich nieder,
12 
Bis ich der Unschuld heil’gen Schlaf
13 
Gefährdet sah von gift’ger Hyder.
14 
Ich schlug, daß ich die eignen Glieder
15 
Mit grauenvollstem Fluche traf.
 
16 
Zur Seuche, dran ich elend sieche,
17 
Ward mir des Ungeheuers Gift:
18 
Der gräßlichste der Erdenflüche.
19 
Ich taumle hin, ich wanke, krieche,
20 
Bis mich im Tod Erlösung trifft.

Details zum Gedicht „An das Leben“

Anzahl Verse
4
Anzahl Zeilen
20
Anzahl Wörter
112
Entstehungsjahr
1905
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Frank Wedekind ist der Autor des Gedichtes „An das Leben“. 1864 wurde Wedekind in Hannover geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1905. Der Erscheinungsort ist München. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autoren kann der Text der Epoche Moderne zugeordnet werden. Der Schriftsteller Wedekind ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 112 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 20 Zeilen mit insgesamt 4 Versen. Frank Wedekind ist auch der Autor für Gedichte wie „An Bruno“, „An Elka“ und „An Francisca de Warens“. Zum Autoren des Gedichtes „An das Leben“ haben wir auf abi-pur.de weitere 114 Gedichte veröffentlicht.

Weitere Gedichte des Autoren Frank Wedekind (Infos zum Autor)

Zum Autoren Frank Wedekind sind auf abi-pur.de 114 Dokumente veröffentlicht. Alle Gedichte findest auf der Übersichtsseite des Autoren.