Heinrich Heine von Heinrich Kämpchen

Und wirft man mein Bild aus dem Lorbeerhain,
Ich selber zieh’ nicht von dannen –
Sie können den toten Marmelstein,
Doch den lebenden Geist nicht bannen. –
 
Sie hassen mich bitter, ich weiß es wohl,
Und werden mich immer hassen,
Ich bin’s gewohnt, und es kränkte mich,
Wenn sie es wollten lassen. –
 
Es kränkte mich wie anderes nichts
10 
Und würde die Laune mir stören,
11 
So aber lache und spotte ich
12 
Bei ihrem Keifen und Rören. –
 
13 
Das schöne Korfu im Griechenmeer
14 
War lange mir Heimat geworden,
15 
Bis daß gestorben die Kaiserin
16 
Und der Kaiser kam aus dem Norden. –
 
17 
Ihr wißt, verschieden ist der Geschmack,
18 
So wie Verstand und Begabung –
19 
Was Galle und Ysop dem einen, das ist
20 
Dem anderen süße Labung. –
 
21 
Mein Bild muß fort – mich haßt der Cäsar
22 
Und die Dichtungen meiner Leier,
23 
Weil ich in Vers und Prosa zu oft
24 
Gerupfet den Preußengeier. –
 
25 
Doch scheid’ ich vom schönen Korfu auch
26 
Als Steinbild, ich trag’ es gelassen –
27 
Ich bleibe dort, ich bleibe hier,
28 
Sie können den Geist nicht fassen. –
 
29 
Mein Lied, es tönt und klinget fort,
30 
Noch nach viel hundert Jahren –
31 
Ich bleibe hier, ich bleibe dort,
32 
Trotz allen Preußen-Cäsaren.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.1 KB)

Details zum Gedicht „Heinrich Heine“

Anzahl Strophen
8
Anzahl Verse
32
Anzahl Wörter
189
Entstehungsjahr
1909
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Heinrich Heine“ des Autors Heinrich Kämpchen. Kämpchen wurde im Jahr 1847 in Altendorf an der Ruhr geboren. 1909 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Bochum. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her der Epoche Moderne zuordnen. Die Richtigkeit der Epoche sollte vor Verwendung geprüft werden. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da es keine starren zeitlichen Grenzen bei der Epochenbestimmung gibt, können hierbei Fehler entstehen. Das 189 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 32 Versen mit insgesamt 8 Strophen. Die Gedichte „Am Grabe der Mutter“, „Am Kochbrunnen in Wiesbaden“ und „Am Marienbrönnlein“ sind weitere Werke des Autors Heinrich Kämpchen. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Heinrich Heine“ weitere 165 Gedichte vor.

+ Wie analysiere ich ein Gedicht?

Daten werden aufbereitet

Weitere Gedichte des Autors Heinrich Kämpchen (Infos zum Autor)

Zum Autor Heinrich Kämpchen sind auf abi-pur.de 165 Dokumente veröffentlicht. Alle Gedichte finden sich auf der Übersichtsseite des Autors.