Heimkehr von Heinrich Kämpchen

Und wieder von der Reisetour
Bin ich zurückgekommen,
Von Feld und Wald und grüner Flur
Hab’ Abschied ich genommen.
Schön war die Fahrt, nur trieb zu schnell
Zur Heimkehr wieder der Appell,
Der zwingendste: Geldmangel. –
 
Doch war’s auch nur ein Kommen, Seh’n
Und wieder Geh’n von dannen,
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So flüchtig wie des Windes Weh’n
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Beim Frührot durch die Tannen. –
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Es boten doch mir Hochgenuß
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Der graue Fels, der blanke Fluß
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Und die besonnten Hänge. –
 
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Zum erstenmal sah ich den Rhein,
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Wie ich ihn oft geträumet,
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Im Sommerduft, im Abendschein,
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Von Burgen bunt umsäumet. –
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Die Rebenhügel still und schön,
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Die Schroffen sah ich und die Höh’n
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In lieblichem Kontraste. –
 
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Und wo der stolze Strom sich wandt
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Auch immer durch die Auen,
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Die Blicke waren mir gebannt
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Vom wunderbaren Schauen. –
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Die Luft so klar, der Strom so frei –
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Vorüber zogen Lorelei
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Und Bacharach und Bingen. –
 
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Zum Drachenfels stieg ich hinan,
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Den neu die Burg gekrönet,
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Ein alter und doch junger Mann,
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Vom Leben abgetönet. –
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Alt, weil mein Haupt mit Schnee belegt,
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Jung, weil das Herz noch feurig schlägt
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Und für die Schönheit glühet. –
 
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Und wieder nun bin ich zu Haus,
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Von der Poetenreise,
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Und packe still mein Ränzlein aus
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Und fahr’ die alten Gleise. –
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Und war auch kurz der Reisegang,
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Er hat zu neuem Schaffensdrang
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Mich prächtig angereget. –
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.6 KB)

Details zum Gedicht „Heimkehr“

Anzahl Strophen
6
Anzahl Verse
42
Anzahl Wörter
220
Entstehungsjahr
1909
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Heimkehr“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Heinrich Kämpchen. Im Jahr 1847 wurde Kämpchen in Altendorf an der Ruhr geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1909. Bochum ist der Erscheinungsort des Textes. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht der Epoche Moderne zuordnen. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Basis geschehen. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben bei Verwendung. Das 220 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 42 Versen mit insgesamt 6 Strophen. Heinrich Kämpchen ist auch der Autor für Gedichte wie „Am Marienbrönnlein“, „Am Rhein“ und „Am Weinfelder Maar“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Heimkehr“ weitere 165 Gedichte vor.

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