Halbschlaf von Karl Kraus

Bevor ich war und wenn ich nicht mehr bin,
wie war ich da, wie werde ich da sein?
Zuweilen dringen Duft und Rausch und Schein
vom Ende her und von dem Anbeginn.
 
Hab’ ich geschlafen? Eben schlaf’ ich ein,
und nun verwaltet mich ein andrer Sinn,
noch bin ich außerhalb, schon bin ich drin,
noch weiß ich es, und füge mich schon drein.
 
Dies Ding dort ruft, als hätt’ ich’s oft geschaut,
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und dies da blickt wie ein vertrauter Ton,
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und an den Wänden wird es bunt und laut.
 
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Dort wartet lang’ mein ungeborner Sohn,
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hier stellt sich vor die vorbestimmte Braut,
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und was ich damals war, das bin ich schon.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24 KB)

Details zum Gedicht „Halbschlaf“

Autor
Karl Kraus
Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
14
Anzahl Wörter
112
Entstehungsjahr
1920
Epoche
Moderne,
Expressionismus,
Avantgarde / Dadaismus

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Halbschlaf“ des Autors Karl Kraus. Der Autor Karl Kraus wurde 1874 in Jičín (WP), Böhmen geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1920. Der Erscheinungsort ist München. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text den Epochen Moderne, Expressionismus, Avantgarde / Dadaismus oder Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit zugeordnet werden. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Basis geschehen. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben bei Verwendung. Das 112 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 14 Versen mit insgesamt 4 Strophen. Weitere bekannte Gedichte des Autors Karl Kraus sind „An einen alten Lehrer“, „Auferstehung“ und „Aus jungen Tagen“. Zum Autor des Gedichtes „Halbschlaf“ haben wir auf abi-pur.de weitere 61 Gedichte veröffentlicht.

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