Gut Holz von Klabund

Wer hat dich so hoch da droben –
das Kegelspiel ist schon seit ewigen Zeiten eine kulturelle Macht.
Ursprünglich haben die Götter mit dem Mond nach den Sternen geschoben
und erst später haben sie die Erfindung der Holzkugel gemacht.
 
Nämlich das kam so: Mit dem Holzkopf der Gott –
wie hieß er doch gleich? jedenfalls wars kein christlicher –
der heilige Geist trieb wieder einmal mit den heiligsten Dingen seinen unwürdigen Spott,
bezweifelte sich selbst, die unbefleckte Empfängnis – kurz und gut,
der betreffende Gott war sprachlos und verlor seinen Kopf.
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Aus Versehen schob Zeus mit ihm, und der Holzkopf erwies sich als unverwüstlicher
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denn (bzw. als) der Mond. Vom Holz zum Eisen, von der Holzkugel zur Kanonenkugel ist nur ein Schritt.
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Und dann kam man auch von den Sternen ab und fand es netter,
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von nun an auf lebende Menschen zu schieben (da, wie bekannt, die Götter den Menschen über alles lieben)
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– und so war der ganze Weltkrieg nur ein Preiskegeln der Götter.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.3 KB)

Details zum Gedicht „Gut Holz“

Autor
Klabund
Anzahl Strophen
2
Anzahl Verse
14
Anzahl Wörter
160
Entstehungsjahr
1927
Epoche
Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Gut Holz“ ist Klabund. Geboren wurde Klabund im Jahr 1890 in Crossen an der Oder. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1927 zurück. Erscheinungsort des Textes ist Berlin. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht der Epoche Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit zuordnen. Die Richtigkeit der Epoche sollte vor Verwendung geprüft werden. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da es keine starren zeitlichen Grenzen bei der Epochenbestimmung gibt, können hierbei Fehler entstehen. Das vorliegende Gedicht umfasst 160 Wörter. Es baut sich aus 2 Strophen auf und besteht aus 14 Versen. Der Dichter Klabund ist auch der Autor für Gedichte wie „Abschied der Mutter von ihrem Sohn“, „Ad notam“ und „Akim Akimitsch“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Gut Holz“ weitere 139 Gedichte vor.

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