Grabschrift von Karl Kraus

Der großen Zeit schreib' ich es ins Gesicht:
Weh dem, der sich vermißt, das Angedenken
gefallener Frauen nun gering zu achten!
Sie standen gegen einen größern Feind,
Weib gegen Mann. Nicht Zufall der Maschine,
der grad entkommt, wer ihr nicht grad verfällt,
hat sie geworfen, sondern Aug in Aug,
aus eigenem Geheiß, eins gegen alle,
im Sturm der unerbittlichen Moral
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sind sie gefallen. Ehre jenen sei,
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die an der Ehre starben, heldische Opfer,
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geweiht dem größern Mutterland Natur!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (23.8 KB)

Details zum Gedicht „Grabschrift“

Autor
Karl Kraus
Anzahl Strophen
1
Anzahl Verse
12
Anzahl Wörter
78
Entstehungsjahr
1920
Epoche
Moderne,
Expressionismus,
Avantgarde / Dadaismus

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Grabschrift“ des Autors Karl Kraus. Im Jahr 1874 wurde Kraus in Jičín (WP), Böhmen geboren. 1920 ist das Gedicht entstanden. In München ist der Text erschienen. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Moderne, Expressionismus, Avantgarde / Dadaismus oder Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Bei Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit der Zurodnung. Die Auswahl der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und muss daher nicht unbedingt richtig sein. Das 78 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 12 Versen mit nur einer Strophe. Der Dichter Karl Kraus ist auch der Autor für Gedichte wie „Alle Vögel sind schon da“, „Als Bobby starb“ und „An den Schnittlauch“. Zum Autor des Gedichtes „Grabschrift“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 61 Gedichte vor.

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