Golgatha von Erich Mühsam

Gebeugte Menschen mit stumpfem Blick
hocken in dumpfen Spelunken.
Den Neid im Auge, die Not im Genick,
von elendem Fusel trunken.
Da tönt eine Stimme von außen herein:
„Kopf hoch! Ihr seid nicht verloren.
Ich füll eure Becher mit goldenem Wein.
Auch euch ist der Heiland geboren.
Heraus ins Freie und folgt mir nach,
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wo Schätze liegen!“
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Die Stimme des Mannes, die also sprach,
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hat plötzlich geschwiegen,
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Ein Scherge führt ihn gefesselt fort.
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Den Menschen aber da drinnen
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Klingt seiner Rede lockendes Wort
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wie ferner Traum in den Sinnen.
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Sie senken den Kopf auf des Tisches Brett
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und trinken mit heiserem Lachen . . .
 
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Ein Jude zog aus von Nazareth,
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die Armen glücklich zu machen.
Arbeitsblatt zum Gedicht
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Details zum Gedicht „Golgatha“

Anzahl Strophen
2
Anzahl Verse
20
Anzahl Wörter
113
Entstehungsjahr
1920
Epoche
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Erich Mühsam ist der Autor des Gedichtes „Golgatha“. Im Jahr 1878 wurde Mühsam in Berlin geboren. Im Jahr 1920 ist das Gedicht entstanden. In München ist der Text erschienen. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zur Epoche Expressionismus zu. Mühsam ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 20 Versen mit insgesamt 2 Strophen und umfasst dabei 113 Worte. Weitere Werke des Dichters Erich Mühsam sind „1919“, „An die Dichter“ und „An die Soldaten“. Zum Autor des Gedichtes „Golgatha“ haben wir auf abi-pur.de weitere 57 Gedichte veröffentlicht.

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