Gebet von Christian Morgenstern

Gib mir den Anblick deines Seins, o Welt…
Den Sinnenschein laß langsam mich durchdringen…
 
So wie ein Haus sich nach und nach erhellt,
bis es des Tages Strahlen ganz durchschwingen –
und so wie wenn dies Haus dem Himmelsglanz
noch Dach und Wand zum Opfer könnte bringen –
daß es zuletzt, von goldner Fülle ganz
durchströmt, als wie ein Geisterbauwerk stände,
gleich einer geistdurchleuchteten Monstranz:
 
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So möchte auch die Starrheit meiner Wände
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sich lösen, daß dein volles Sein in mein,
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mein volles Sein in dein Sein Einlaß fände –
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und so sich rein vereinte Sein mit Sein.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24 KB)

Details zum Gedicht „Gebet“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
13
Anzahl Wörter
94
Entstehungsjahr
1914
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Christian Morgenstern ist der Autor des Gedichtes „Gebet“. Im Jahr 1871 wurde Morgenstern in München geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1914 entstanden. Erscheinungsort des Textes ist München. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht der Epoche Moderne zuordnen. Bei dem Schriftsteller Morgenstern handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das vorliegende Gedicht umfasst 94 Wörter. Es baut sich aus 3 Strophen auf und besteht aus 13 Versen. Der Dichter Christian Morgenstern ist auch der Autor für Gedichte wie „Brüder!“, „Bundeslied der Galgenbrüder“ und „Da nimm. Das laß ich dir zurück, o Welt“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Gebet“ weitere 189 Gedichte vor.

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