Abenddämmerung von Heinrich Heine

Am blassen Meeresstrande
Saß ich gedankenbekümmert und einsam.
Die Sonne neigte sich tiefer, und warf
Glührothe Streifen auf das Wasser,
Und die weißen, weiten Wellen,
Von der Fluth gedrängt,
Schäumten und rauschten näher und näher –
Ein seltsam Geräusch, ein Flüstern und Pfeifen,
Ein Lachen und Murmeln, Seufzen und Sausen,
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Dazwischen ein wiegenliedheimliches Singen –
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Mir war als hört’ ich verscholl’ne Sagen,
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Uralte, liebliche Mährchen,
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Die ich einst, als Knabe,
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Von Nachbarskindern vernahm,
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Wenn wir am Sommerabend,
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Auf den Treppensteinen der Hausthür,
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Zum stillen Erzählen niederkauerten,
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Mit kleinen, horchenden Herzen
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Und neugierklugen Augen; –
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Während die großen Mädchen,
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Neben duftenden Blumentöpfen,
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Gegenüber am Fenster saßen,
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Rosengesichter,
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Lächelnd und mondbeglänzt.

Details zum Gedicht „Abenddämmerung“

Anzahl Verse
1
Anzahl Zeilen
24
Anzahl Wörter
107
Entstehungsjahr
1825–1826
Epoche
Junges Deutschland & Vormärz

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Abenddämmerung“ ist Heinrich Heine. Im Jahr 1797 wurde Heine in Düsseldorf geboren. 1826 ist das Gedicht entstanden. Hamburg ist der Erscheinungsort des Textes. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her lässt sich das Gedicht der Epoche Junges Deutschland & Vormärz zuordnen. Bei dem Schriftsteller Heine handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das vorliegende Gedicht umfasst 107 Wörter. Es baut sich aus nur einem Vers auf und besteht aus 24 Zeilen. Der Dichter Heinrich Heine ist auch der Autor für Gedichte wie „Ach, die Augen sind es wieder“, „Ach, ich sehne mich nach Thränen“ und „Ach, wenn ich nur der Schemel wär’“. Auf abi-pur.de liegen zum Autoren des Gedichtes „Abenddämmerung“ weitere 526 Gedichte vor.

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