Fremdländischer Duft von Charles Baudelaire
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Wenn sich mein auge schliesst am sommerabend · |
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Und deines heissen busens duft mich lezt |
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Dann bin ich in ein selig reich versezt. |
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An immer gleicher sonnenglut sich labend |
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Ein träges eiland das Natur beglückt |
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Mit seltnen bäumen früchten süsser säfte |
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Mit männern schlanken leibes voller kräfte |
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Und frauen deren auge freimut schmückt. |
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An wunderbarem strand bin ich zu gast · |
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Im weiten hafen drängt sich mast an mast |
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Noch von der reise müh ein wenig düster · |
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Indes vom grünen tamarindengang |
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Entschwebt ein duft und dringt mir in die nüster |
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Vermischt im geiste mit der schiffer sang. |
Details zum Gedicht „Fremdländischer Duft“
Charles Baudelaire
4
14
95
nach 1837
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz,
Realismus
Gedicht-Analyse
Das behandelte Gedicht heißt „Fremdländischer Duft“ und stammt aus der Feder des französischen Dichters Charles Baudelaire, der während des 19. Jahrhunderts lebte und wirken durfte.
Auf den ersten Eindruck macht das Gedicht einen sinnlichen und schwärmerischen Eindruck. Es wirkt, als würde die Gedankenwelt des lyrischen Ichs von romantischen und exotisch-fremdländischen Bildern beherrscht.
Das lyrische Ich des Gedichts scheint sich ein Bild von einem Ort der Träume und der Sehnsucht vor dem inneren Auge zu malen, verbunden mit einer intensiven sinnlichen Wahrnehmung, besonders des Geruchs. Es spricht von einem „süßen Reichen“, in dem es „an immer gleicher Sonnenglut“ genießt und das von „seltenen Bäumen“ und „früchten süsser Säfte“ bevölkert ist. Die Menschen, die dort leben, werden als attraktiv und mutig beschrieben.
Die gewählte Metrik und die Sprache des Gedichts sind anspruchsvoll und geprägt von einer melodiösen Klangfülle. Auffällig ist die gewählte Versform, die aus vierzeiligen Strophen besteht, wobei nach der zweiten Strophe zu einer dreizeiligen Strophe übergegangen wird. Diese Form lässt das Gedicht harmonisch und gleichzeitig abwechslungsreich wirken.
Die auftauchenden Naturbilder (insbesondere „Sonnenglut“, „eiland“, „Bäume“, „Früchte“) wirken exotisch und tragen zu dem fremden, beinahe paradiesischen Bild dieses imaginären Ortes bei. Es lässt sich feststellen, dass das lyrische Ich sich nach einer Flucht aus dem realen Alltag sehnt.
Die Ausdrucksform von Baudelaire ist wie gesagt hoch poetisch und seine Wortwahl hebt sich stark von alltäglicher Sprache ab. Dabei spielt er virtuos mit der Sprache, schafft bildhafte, starke Metaphern und dekorative Elemente. Das Gedicht ist durchzogen von einer romantischen, sehnsuchtsvollen Stimmung und einer innigen Liebe zur Poesie und zur Natur.
Insgesamt lässt sich folglich sagen, dass „Fremdländischer Duft“ von Charles Baudelaire ein Gedicht von großer Schönheit und tiefer Romantik ist, welches das Sinnliche, das Fremde und den Wunsch nach Flucht in einen exotischen Traum ausdrückt. Es ist ein Meisterwerk der poetischen Kunst von einem der Hauptvertreter der französischen Romantik.
Weitere Informationen
Der Autor des Gedichtes „Fremdländischer Duft“ ist Charles Baudelaire. Geboren wurde Baudelaire im Jahr 1821 in Paris. Das Gedicht ist in der Zeit von 1837 bis 1867 entstanden. Berlin ist der Erscheinungsort des Textes. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Biedermeier, Junges Deutschland & Vormärz oder Realismus zugeordnet werden. Vor Verwendung der Angaben zur Epoche prüfe bitte die Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und daher anfällig für Fehler. Das vorliegende Gedicht umfasst 95 Wörter. Es baut sich aus 4 Strophen auf und besteht aus 14 Versen. Weitere Werke des Dichters Charles Baudelaire sind „Aufschwung“, „Begräbnis“ und „Bertas Augen“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Fremdländischer Duft“ weitere 101 Gedichte vor.
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