Faschingslied von Johann Karl Wilhelm Geisheim

Mir ergreift, ich weiß nicht wie
Faschingsduft die Nase;
Freude schäumt entgegen mir
Aus dem vollen Glase;
Dennoch sitz’ ich ehrbar da,
Wie die Jungfer Base,
Scheue mich, ein Narr zu sein,
Wie beim Schuß der Hase.
 
Ja, die steifen Leutchen dort
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Könnten’s übel nehmen,
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Würden meiner Pritsche sich
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Und der Kappe schämen.
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Weil sich dies und das nicht schickt,
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Muß ich mich bequemen,
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Meiner Narrheit frohen Muth
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Steif und stumm zu lähmen.
 
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Denn, um heut ein Narr zu sein
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In dem Zeitgeschmacke,
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Brauchen wir nicht den Hanswurst,
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Noch die bunte Jacke;
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Brauchen wir nicht Witz noch Lust,
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Schnurre nicht, noch Schnacke;
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Still und heimlich steckt der Narr
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Selbst im schwarzen Fracke.
 
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Also freilich haben wir
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Fasching alle Tage,
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Und es ist fürwahr die Zeit
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Voll von Narrenplage.
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Toll ist jetzt die Welt genug,
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Das ist keine Frage;
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Lieber doch wär’ ich ein Narr
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Nach dem alten Schlage.
 
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Darum klinge nicht umsonst
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Heute mir die Schelle,
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Nicht vergebens sprudle mir
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Süß die Nektarquelle;
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Drücke, Lust, mich an dein Herz,
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Daß es hoch mir schwelle;
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Fahre, Narrheit, aus, und mach’
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Zeit und Leben helle.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.5 KB)

Details zum Gedicht „Faschingslied“

Anzahl Strophen
5
Anzahl Verse
40
Anzahl Wörter
184
Entstehungsjahr
1839
Epoche
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz

Gedicht-Analyse

Johann Karl Wilhelm Geisheim ist der Autor des Gedichtes „Faschingslied“. Geboren wurde Geisheim im Jahr 1784 in Breslau. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1839. Der Erscheinungsort ist Breslau. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Biedermeier oder Junges Deutschland & Vormärz kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Die Richtigkeit der Epochen sollte vor Verwendung geprüft werden. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da es keine starren zeitlichen Grenzen bei der Epochenbestimmung gibt, können hierbei Fehler entstehen. Das Gedicht besteht aus 40 Versen mit insgesamt 5 Strophen und umfasst dabei 184 Worte. Der Dichter Johann Karl Wilhelm Geisheim ist auch der Autor für Gedichte wie „Der armen Kinder Dank“, „Der letzte Tag im Jahre“ und „Die Geisterstunde“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Faschingslied“ weitere 29 Gedichte vor.

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