Vogelmette von Ferdinand Ernst Albert Avenarius

Dringt das erste Dämmerlicht
grüßend mir ans Bette,
hör ich vor den Fenstern dicht
eine Vogelmette.
 
Hell vom Platz vor meinem Haus,
wo die Sträucher ranken,
klingt sie in die Stadt hinaus
wie ein kindlich Danken.
 
Leise da und dort erwacht
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erst ein Vogelseelchen,
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und halb schlummernd noch und sacht
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stimmen sich die Kehlchen.
 
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?Guten Morgen!" hör ich's dann,
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?fehlen denn auch keine?" —
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?Munter, Kinder, fangt nur an:
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noch sind wir alleine!"
 
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Und nun setzt es silbern ein,
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keusch in jedem Klange,
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vogelfröhlich, glockenrein,
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frisch zum Morgensange,
 
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innig wie ein Kinderlied,
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wie ein Märchen traulich,
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daß es durch die Lüfte zieht
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wundersam erbaulich,
 
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wie es schwillt und wogt und rollt
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und zum Schöpfer schwebt,
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bis das erste Sonnengold
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um die Dächer weht.

Details zum Gedicht „Vogelmette“

Anzahl Strophen
7
Anzahl Verse
28
Anzahl Wörter
123
Entstehungsjahr
1856 - 1923
Epoche
Realismus,
Naturalismus,
Moderne

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Vogelmette“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Ferdinand Ernst Albert Avenarius. Avenarius wurde im Jahr 1856 in Berlin geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes liegt zwischen den Jahren 1872 und 1923. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht den Epochen Realismus, Naturalismus, Moderne, Expressionismus, Avantgarde / Dadaismus oder Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit zuordnen. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben zur Epoche bei Verwendung. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Das Gedicht besteht aus 28 Versen mit insgesamt 7 Strophen und umfasst dabei 123 Worte. Ferdinand Ernst Albert Avenarius ist auch der Autor für Gedichte wie „Vorfrühling“, „Der Seelchenbaum“ und „Lichtgestalten“. Zum Autor des Gedichtes „Vogelmette“ haben wir auf abi-pur.de keine weiteren Gedichte veröffentlicht.

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