Es waren einst zwei Bauernsöhne von Wilhelm Busch

Es waren einst zwei Bauersöhne
Die hatten Lust ins Feld zu ziehn
Wohl unter die Husaren, wohl unter die Husaren.
Sie hatten sich ganz anders bedacht
Und hatten sich ganz lustig gemacht,
Nach Hause wollten sie reiten.
Und als sie in den Hof einkamen,
Frau Wirthin ihnen entgegen kam:
»Seid Ihr gekommen, ihr Herren?«
10 
»Guten Tag, guten Tag, Frau Wirthin mein,
11 
Wo thun wir unsere Pferde ein,
12 
Daß sie nicht gestohlen werden?«
13 
Sie nahm sie an ihre schneeweiße Hand
14 
Und band sie oben an die Wand.
15 
»Hier werden sie nicht gestohlen.«
16 
Der Reiter setzt’ sich hintern Tisch,
17 
Sie trug ihm auf gebratenen Fisch,
18 
Dazu ein Glas mit Wein.
19 
»Tragt Ihr nur auf, was Ihr nur wollt!
20 
Ich habe noch Silber und rothes Gold,
21 
Hab auch noch tausend Dukaten.«
22 
Und als es um die Mitternacht kam,
23 
Die Frau zu ihrem Manne sprach:
24 
»Laß uns den Reiter morden!«
25 
»Ach nein, herzliebste Fraue mein,
26 
Laß du den Reiter Reiter sein,
27 
Der Reiter, der muß weiter.«
28 
Die Frau, die nahm wohl Mannsgewalt
29 
Und nahm das Messer in ihre Hand
30 
Und stach den Reiter durchs Herze.
 
31 
Sie schleppt ihn in den Keller hinein
32 
Und grub ihn in den Sand hinein.
33 
Verschwiegen möcht es bleiben.
34 
Es blieb verschwiegen bis an den Tag,
35 
Bis daß der andere Reiter kam:
36 
»Wo ist denn mein Kamerade?«
37 
»Dein Kamrad und der ist nicht mehr hier,
38 
Ist weggeritten aller früh.«
39 
»Wie kann der Reiter weiter sein?
40 
Das Rößlein steht im Stall und schreit
41 
Es will ja gar nicht schweigen.
42 
Habt Ihr ihm was zu Leid gethan,
43 
So habt Ihrs Eurem Sohn gethan,
44 
Der aus dem Krieg ist kommen.«
45 
Die Frau wohl in den Brunnen sprang,
46 
Der Mann sich in die Kammer hang.
47 
Ist das nicht Sünd und Schande
48 
Um das verdammte Geld und Gut
49 
Und auch ums junge Leben! –
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (27.2 KB)

Details zum Gedicht „Es waren einst zwei Bauernsöhne“

Anzahl Strophen
2
Anzahl Verse
49
Anzahl Wörter
298
Entstehungsjahr
nach 1848
Epoche
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz,
Realismus

Gedicht-Analyse

Wilhelm Busch ist der Autor des Gedichtes „Es waren einst zwei Bauernsöhne“. Geboren wurde Busch im Jahr 1832 in Wiedensahl. Im Zeitraum zwischen 1848 und 1908 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist München. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Biedermeier, Junges Deutschland & Vormärz, Realismus, Naturalismus oder Moderne kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Die Angaben zur Epoche prüfe bitte vor Verwendung auf Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da sich die Literaturepochen zeitlich teilweise überschneiden, ist eine reine zeitliche Zuordnung fehleranfällig. Das Gedicht besteht aus 49 Versen mit insgesamt 2 Strophen und umfasst dabei 298 Worte. Der Dichter Wilhelm Busch ist auch der Autor für Gedichte wie „Ach, ich fühl es! Keine Tugend“, „Ach, wie geht’s dem Heilgen Vater“ und „Als Christus der Herr in Garten ging“. Zum Autor des Gedichtes „Es waren einst zwei Bauernsöhne“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 208 Gedichte vor.

+ Wie analysiere ich ein Gedicht?

Daten werden aufbereitet

Fertige Biographien und Interpretationen, Analysen oder Zusammenfassungen zu Werken des Autors Wilhelm Busch

Wir haben in unserem Hausaufgaben- und Referate-Archiv weitere Informationen zu Wilhelm Busch und seinem Gedicht „Es waren einst zwei Bauernsöhne“ zusammengestellt. Diese Dokumente könnten Dich interessieren.

Weitere Gedichte des Autors Wilhelm Busch (Infos zum Autor)

Zum Autor Wilhelm Busch sind auf abi-pur.de 208 Dokumente veröffentlicht. Alle Gedichte finden sich auf der Übersichtsseite des Autors.