An Julius Zeyer von Rainer Maria Rilke

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Du bist ein Meister; – früher oder später
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spannt sich dein Volk in deinen Siegeswagen;
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du preisest seine Art und seine Sagen, –
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aus deinen Liedern weht der Heimat Äther.
 
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Dein Volk tut recht, – nicht, voll von wahngeblähter
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Vergangenheit, die Hand im Schooß zu tragen,
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es kämpft noch heut und muß sich tüchtig schlagen,
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stolz auf sich selbst und stolz auf seine Väter.
 
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Es hat dein Volk sich seine Ideale
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noch nicht versetzen lassen zu den Sternen,
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die unerreichbar sind und Sehnsucht glasten;
 
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du aber mahnst, ein echter Orientale,
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es möge in dem Ringen nicht verlernen
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auch im Alhambrahof die Kunst zu rasten.

Details zum Gedicht „An Julius Zeyer“

Anzahl Verse
4
Anzahl Zeilen
14
Anzahl Wörter
101
Entstehungsjahr
nach 1891
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „An Julius Zeyer“ des Autoren Rainer Maria Rilke. Rilke wurde im Jahr 1875 in Prag geboren. In der Zeit von 1891 bis 1926 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Frankfurt am Main. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her der Epoche Moderne zuordnen. Der Schriftsteller Rilke ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 101 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 14 Zeilen mit insgesamt 4 Versen. Rainer Maria Rilke ist auch der Autor für Gedichte wie „Abend in Skaane“, „Absaloms Abfall“ und „Adam“. Zum Autoren des Gedichtes „An Julius Zeyer“ haben wir auf abi-pur.de weitere 337 Gedichte veröffentlicht.

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