An Hödur von Heinrich Kämpchen

Armselig Volk, man schlägt dir ins Gesicht,
Man höhnt und spottet dein, und dennoch rennst
Du wie verrückt zu jedem Possenspiel
Und hochst und hurrast lustig mit im Chor.
 
Wund ist dein Rücken von der Arbeitslast,
Dein Auge hohl – nicht mehr des Freien Blick.
Und dennoch, dennoch wirst du zum Hanswurst,
Ruft man zur Kurzweil dich, zum Mummenschanz.
 
Ich dulde deine Qual mit dir, o Volk!
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Noch mehr – ich fühle doppelt sie – darum
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Zerreißt mir zwiefach auch der Hohn das Herz,
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Seh’ ich dich tanzen in dem Schellenwams. –
 
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Und Trauern faßt mich, daß du noch so blöd’,
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So unvernünftig ab vom Ziele irrst,
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Und deinen Drängern selbst zum Spotte dienst.
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Wie lange noch? Wann fühlst du deine Schmach?

Details zum Gedicht „An Hödur“

Anzahl Verse
4
Anzahl Zeilen
16
Anzahl Wörter
118
Entstehungsjahr
1909
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „An Hödur“ stammt aus der Feder des Autoren bzw. Lyrikers Heinrich Kämpchen. Der Autor Heinrich Kämpchen wurde 1847 in Altendorf an der Ruhr geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1909. Erschienen ist der Text in Bochum. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her der Epoche Moderne zuordnen. Die Richtigkeit der Epoche sollte vor Verwendung geprüft werden. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da es keine starren zeitlichen Grenzen bei der Epochenbestimmung gibt, können hierbei Fehler entstehen. Das Gedicht besteht aus 16 Zeilen mit insgesamt 4 Versen und umfasst dabei 118 Worte. Die Gedichte „Am Kochbrunnen in Wiesbaden“, „Am Marienbrönnlein“ und „Am Rhein“ sind weitere Werke des Autoren Heinrich Kämpchen. Zum Autoren des Gedichtes „An Hödur“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 165 Gedichte vor.

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