Elegische Ironie von Erich Mühsam

Lieder sing ich, seit ich denke,
weil mein Herz empfindsam ist
und den Spender der Geschenke
im Genießen nicht vergißt.
Doch sie haben mich vergessen,
denen ich mein Lied beschert.
Niemand lebt auf Erden, dessen
Seele eines Sangs noch wert.
Heldentaten zu vollbringen
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ist kein Lob in dieser Zeit:
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Disziplin heißt sie vollbringen,
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Angst gebiert die Tapferkeit.
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Liebe, die das Herz beseligt,
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zupft an keiner Leier mehr.
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Haß ersetzt sie. Haß befehligt.
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Haß ist Heil und Pflicht und Wehr.
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Niemals kehrt die Freude wieder
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und das Licht, das uns umgab.
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Still versinken auch die Lieder
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in der Menschheit Massengrab.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.3 KB)

Details zum Gedicht „Elegische Ironie“

Anzahl Strophen
1
Anzahl Verse
20
Anzahl Wörter
99
Entstehungsjahr
1920
Epoche
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Elegische Ironie“ ist Erich Mühsam. Der Autor Erich Mühsam wurde 1878 in Berlin geboren. Im Jahr 1920 ist das Gedicht entstanden. Erschienen ist der Text in München. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text der Epoche Expressionismus zugeordnet werden. Bei dem Schriftsteller Mühsam handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 20 Versen mit nur einer Strophe und umfasst dabei 99 Worte. Weitere Werke des Dichters Erich Mühsam sind „Betäubung“, „Das Beispiel lebt“ und „Das Volk der Denker“. Zum Autor des Gedichtes „Elegische Ironie“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 57 Gedichte vor.

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