Frühlings-Symphonei von Rudolf Baumbach

Auf grünem Hügel steht der Mai,
Der fröhliche Geselle,
Will halten eine Symphonei
Mit seiner Hofkapelle.
Er schwingt mit Fleiß
Ein grünes Reis
Mit Blüten rosenrot;
Es ist die Flur
Die Partitur,
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Die Blumen sind die Roten.
 
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Herbei, herbei ihr Sänger all
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Und jetzt euch um den Bronnen.
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Frau Lerche und Frau Nachtigall
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Das sind die Primadonnen.
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Die Emmeriz,
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Der Stiegelitz,
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Die singen im Duette,
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Der Spatz im Rohr
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Verstärkt den Thor
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Und bläst die Klarinette.
 
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Der Fink, der liederreiche Mann,
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Der Zeisig darf nicht fehlen,
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Und weil der Kauz nicht singen kann,
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Muß er die Pausen zählen.
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Der Kuckuck schreit
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Und im Getreid'
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Das Rebhuhn und die Wachtel,
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Es klopft der Specht,
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Der Jägerknecht,
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Die Viertel und die Achtel.
 
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Und alles, was auf Sechsen geht,
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Will auch nicht länger schweigen.
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Der Heuschreck schlägt das Hackebrett,
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Die lust'gen Grillen geigen.
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Es summen zart
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Nach Harfenart
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Die Bienen und die Hummel,
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Maikäfer braun
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Bläst die Posaun,
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Baumschröter schlägt die Trommel.
 
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Nun heben auch die Hirsche an
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Im Tannenforst zu röhren,
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Die Kuh auf grünem Wiesenplan
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Läßt ihre Stimme hören.
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Dazu die Geiß
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Und Lämmlein weiß
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Und buntgefleckte Kälber.
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Ich weiß es nicht,
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Wie mir geschicht,
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Ich glaub', ich singe selber.

Details zum Gedicht „Frühlings-Symphonei“

Anzahl Strophen
5
Anzahl Verse
50
Anzahl Wörter
199
Entstehungsjahr
1840 - 1905
Epoche
Realismus,
Naturalismus,
Moderne

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Frühlings-Symphonei“ ist Rudolf Baumbach. Geboren wurde Baumbach im Jahr 1840 in Kranichfeld (Thüringen). In der Zeit von 1856 bis 1905 ist das Gedicht entstanden. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autoren kann der Text den Epochen Realismus, Naturalismus oder Moderne zugeordnet werden. Bei Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit der Zurodnung. Die Auswahl der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und muss daher nicht unbedingt richtig sein. Das vorliegende Gedicht umfasst 199 Wörter. Es baut sich aus 5 Strophen auf und besteht aus 50 Versen. Rudolf Baumbach ist auch der Autor für Gedichte wie „Die Gäste der Buche“, „Die blaue Blume“ und „Liebchen“. Auf abi-pur.de liegen zum Autoren des Gedichtes „Frühlings-Symphonei“ weitere 14 Gedichte vor.

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