Eine Sibylle von Rainer Maria Rilke

Einst, vor Zeiten, nannte man sie alt.
Doch sie blieb und kam dieselbe Straße
täglich. Und man änderte die Maße,
und man zählte sie wie einen Wald
 
nach Jahrhunderten. Sie aber stand
jeden Abend auf derselben Stelle,
schwarz wie eine alte Zitadelle
hoch und hohl und ausgebrannt;
 
von den Worten, die sich unbewacht
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wider ihren Willen in ihr mehrten,
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immerfort umschrieen und umflogen,
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während die schon wieder heimgekehrten
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dunkel unter ihren Augenbogen
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saßen, fertig für die Nacht.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24 KB)

Details zum Gedicht „Eine Sibylle“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
14
Anzahl Wörter
77
Entstehungsjahr
1918
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Rainer Maria Rilke ist der Autor des Gedichtes „Eine Sibylle“. 1875 wurde Rilke in Prag geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1918. Leipzig ist der Erscheinungsort des Textes. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht der Epoche Moderne zuordnen. Bei dem Schriftsteller Rilke handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das vorliegende Gedicht umfasst 77 Wörter. Es baut sich aus 3 Strophen auf und besteht aus 14 Versen. Weitere Werke des Dichters Rainer Maria Rilke sind „Advent“, „Allerseelen“ und „Als ich die Universität bezog“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Eine Sibylle“ weitere 337 Gedichte vor.

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