Dante von August Wilhelm Schlegel

Wes ist das Lied, das mit geweihten Zungen
des Weltalls Höhn und Tiefen ernst verkündet;
erst langsam durch des Abgrunds Nacht sich windet,
der Prüfung Gipfel kühner schon errungen;
 
dann, neu gekräftigt, himmelan gedrungen,
daß Religion und Poesie verbündet,
noch nie so cherubinengleich entzündet,
sich mit den Sphären schwungen und erklungen?
 
Zugleich der Tempel und des Baues Meister,
10 
schuf dies lebend'ge Grabmal seiner Liebe,
11 
die er, beseligt, Beatrice nannte,
 
12 
verbannt hier, Bürger nur im Reich der Geister,
13 
wo in der Gottheit Schaun die Kraft dem Triebe
14 
nicht mehr erliegen muß, der große Dante.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.1 KB)

Details zum Gedicht „Dante“

Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
14
Anzahl Wörter
93
Entstehungsjahr
1767 - 1845
Epoche
Romantik

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Dante“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers August Wilhelm Schlegel. Schlegel wurde im Jahr 1767 in Hannover geboren. Das Gedicht ist in der Zeit von 1783 bis 1845 entstanden. Eine Zuordnung des Gedichtes zur Epoche Romantik kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Der Schriftsteller Schlegel ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche.

Die Romantik war eine Epoche der europäischen Literatur, Kunst und Kultur. Sie begann gegen Ende des 18. Jahrhunderts und dauerte in der Literatur bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Frühromantik lässt sich zeitlich bis in das Jahr 1804 einordnen. Die Hochromantik bis 1815 und die Spätromantik bis in das Jahr 1848. Die Gesellschaft des 18. Jahrhunderts galt im Allgemeinen als wissenschaftlich und aufstrebend, was hier vor allem durch die einsetzende Industrialisierung deutlich wird. Die damalige Gesellschaft wurde zunehmend technischer, fortschrittlicher und wissenschaftlicher. Diese Entwicklung war den Schriftstellern der Romantik zuwider. Sie stellten sich in ihren Schriften gegen das Streben nach immer mehr Gewinn, Fortschritt und das Nützlichkeitsdenken, das versuchte, alles zu verwerten. Die zentralen Motive der Romantik sind das Schaurige, Leidenschaftliche, Unterbewusste, Fantastische, Individuelle, Gefühlvolle und Abenteuerliche, welche die Grenzen des Verstandes sprengen und erweitern sollen und sich gegen das bloße Nützlichkeitsdenken sowie die Industrialisierung richten. Die Schriftsteller der Romantik sehnen sich nach der Einheit von Natur und Geist. Ein Hinwenden zum Mittelalter ist erkennbar. So werden Kunst und Architektur dieser vergangenen Zeit geschätzt. Die Missstände dieser Zeit bleiben jedoch unerwähnt. Die Stilepoche kennzeichnet sich vor allem durch offene Formen in Texten und Gedichten. Phantasie ist für Romantiker das Maß aller Dinge. Die Trennung zwischen Poesie und Wissenschaft, zwischen Traum und Wirklichkeit soll durchbrochen werden. Die Romantiker streben eine Verschmelzung von Kunst und Literatur an. Ihr Ziel ist es letztlich, alle Lebensbereiche zu poetisieren.

Das vorliegende Gedicht umfasst 93 Wörter. Es baut sich aus 4 Strophen auf und besteht aus 14 Versen. Weitere bekannte Gedichte des Autors August Wilhelm Schlegel sind „Der neue Pygmalion An Iffland“, „Kampaspe“ und „Lebensmelodien“. Zum Autor des Gedichtes „Dante“ haben wir auf abi-pur.de keine weiteren Gedichte veröffentlicht.

+ Wie analysiere ich ein Gedicht?

Daten werden aufbereitet

Fertige Biographien und Interpretationen, Analysen oder Zusammenfassungen zu Werken des Autors August Wilhelm Schlegel

Wir haben in unserem Hausaufgaben- und Referate-Archiv weitere Informationen zu August Wilhelm Schlegel und seinem Gedicht „Dante“ zusammengestellt. Diese Dokumente könnten Dich interessieren.

Weitere Gedichte des Autors August Wilhelm Schlegel (Infos zum Autor)