Ave Maria von August Wilhelm Schlegel

Die Jungfrau ruht, nur Demut ihr Geschmeide,
im Abendschatten an der Hütte Tor.
Sie weiß nicht, daß sie Gott zur Braut erkor,
doch stilles Sinnen ist ihr Seelenweide.
 
Doch sieh! ein Jüngling tritt in lichten Kleide,
den Palmenzweig in seiner Hand, hervor.
Voll süßen Schauers bebet sie empor,
denn seine Stirn ist Morgenrot der Freude.
 
„Gegrüßt Maria!" tönt sein holder Mund
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und tut das wundervolle Heil ihr kund,
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wie Kraft von oben her sie soll umwallen.
 
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Und sie, die Arm' auf ihre Brust gelegt,
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wo sich's geheim und innig liebend regt,
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spricht: „Mir geschehe nach des Herrn Gefallen."
Arbeitsblatt zum Gedicht
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Details zum Gedicht „Ave Maria“

Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
14
Anzahl Wörter
100
Entstehungsjahr
1767 - 1845
Epoche
Romantik

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Ave Maria“ ist August Wilhelm Schlegel. Der Autor August Wilhelm Schlegel wurde 1767 in Hannover geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes liegt zwischen den Jahren 1783 und 1845. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zur Epoche Romantik zu. Bei dem Schriftsteller Schlegel handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche.

Als Romantik wird die Epoche der Kunstgeschichte bezeichnet, deren Ausprägungen sich sowohl in der Literatur, Kunst und Musik als auch in der Philosophie niederschlugen. Die Epoche der Romantik lässt sich vom Ende des 18. Jahrhunderts bis ins späte 19. Jahrhundert verorten. Die literarische Romantik kann darauf aufbauend etwa auf die Jahre 1795 bis 1848 zeitlich eingeordnet werden. Die Frühromantik lässt sich zeitlich bis in das Jahr 1804 einordnen. Die Hochromantik bis 1815 und die Spätromantik bis in das Jahr 1848. Die Zeit der Romantik war für die Menschen in Europa von Umbrüchen geprägt. Die Französische Revolution (beginnend im Jahr 1789) zog weitreichende Folgen für ganz Europa nach sich. Auch der Fortschritt in Wissenschaft und Technik, der den Beginn des industriellen Zeitalters einläutete, verunsicherte die Menschen und prägte die Gesellschaft. Weltflucht, Hinwendung zur Natur, Verklärung des Mittelalters (damalige Kunst und Architektur wurde nun wieder geschätzt), Rückzug in Fantasie- und Traumwelten, Betonung des Individuums und romantische Ironie sind typische Merkmale der Romantik. Die Themen der Romantik zeigen sich in verschiedenen Motiven und Symbolen. Beispielsweise gilt die Blaue Blume als das zentrale Motiv der romantischen Literatur. Sie symbolisiert Sehnsucht und Liebe und verbindet Natur, Mensch und Geist. Die Nacht hat ebenfalls eine besondere Bedeutung in der Literatur der Romantik. Sie ist der Schauplatz für viele weitere Motive dieser Epoche: Tod, Vergänglichkeit und nicht alltägliche, obskure Phänomene. Im ebenfalls in dieser Epoche zu findenden Spiegelmotiv zeigt sich die Hinwendung der Romantik zum Unheimlichen. Strebte die Klassik nach harmonischer Vollendung und Klarheit der Gedanken, so ist die Romantik von einer an den Barock erinnernden Maß- und Regellosigkeit geprägt. Die Romantik begreift die schöpferische Phantasie des Künstlers als unbegrenzt. Zwar baut sie dabei auf die Errungenschaften der Klassik auf. Deren Ziele und Regeln möchte sie aber hinter sich lassen.

Das Gedicht besteht aus 14 Versen mit insgesamt 4 Strophen und umfasst dabei 100 Worte. Die Gedichte „An Friederike Unzelmann“, „Aus einem ungedruckten Roman“ und „Der neue Pygmalion An Iffland“ sind weitere Werke des Autors August Wilhelm Schlegel. Zum Autor des Gedichtes „Ave Maria“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de keine weiteren Gedichte vor.

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