Duldsam von Wilhelm Busch

Des Morgens früh, sobald ich mir
Mein Pfeifchen angezündet,
Geh ich hinaus zur Hintertür,
Die in den Garten mündet.
 
Besonders gern betracht ich dann
Die Rosen, die so niedlich;
Die Blattlaus sitzt und saugt daran
So grün, so still, so friedlich.
 
Und doch wird sie, so still sie ist,
10 
Der Grausamkeit zur Beute;
11 
Der Schwebefliegen Larve frißt
12 
Sie auf bis auf die Häute.
 
13 
Schluppwespchen flink und klimperklein,
14 
So sehr die Laus sich sträube,
15 
Sie legen doch ihr Ei hinein
16 
Noch bei lebendgem Leibe.
 
17 
Sie aber sorgt nicht nur mit Fleiß
18 
Durch Eier für Vermehrung,
19 
Sie kriegt auch Junge hundertweis
20 
Als weitere Bescherung.
 
21 
Sie nährt sich an dem jungen Schaft
22 
Der Rosen, eh sie welken;
23 
Ameisen kommen, ihr den Saft
24 
Sanft streichelnd abzumelken.
 
25 
So seh ich in Betriebsamkeit
26 
Das hübsche Ungeziefer
27 
Und rauche während dieser Zeit
28 
Mein Pfeifchen tief und tiefer.
 
29 
Daß keine Rose ohne Dorn,
30 
Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
31 
Auch sag ich ohne jeden Zorn:
32 
Kein Röslein ohne Läuschen!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26 KB)

Details zum Gedicht „Duldsam“

Anzahl Strophen
8
Anzahl Verse
32
Anzahl Wörter
161
Entstehungsjahr
nach 1848
Epoche
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz,
Realismus

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Duldsam“ des Autors Wilhelm Busch. Der Autor Wilhelm Busch wurde 1832 in Wiedensahl geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes liegt zwischen den Jahren 1848 und 1908. Der Erscheinungsort ist Wiesbaden u. Berlin. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht den Epochen Biedermeier, Junges Deutschland & Vormärz, Realismus, Naturalismus oder Moderne zuordnen. Die Angaben zur Epoche prüfe bitte vor Verwendung auf Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da sich die Literaturepochen zeitlich teilweise überschneiden, ist eine reine zeitliche Zuordnung fehleranfällig. Das Gedicht besteht aus 32 Versen mit insgesamt 8 Strophen und umfasst dabei 161 Worte. Weitere bekannte Gedichte des Autors Wilhelm Busch sind „Als Christus der Herr in Garten ging“, „Als er noch krause Locken trug“ und „Also hat es dir gefallen“. Zum Autor des Gedichtes „Duldsam“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 208 Gedichte vor.

+ Wie analysiere ich ein Gedicht?

Daten werden aufbereitet

Fertige Biographien und Interpretationen, Analysen oder Zusammenfassungen zu Werken des Autors Wilhelm Busch

Wir haben in unserem Hausaufgaben- und Referate-Archiv weitere Informationen zu Wilhelm Busch und seinem Gedicht „Duldsam“ zusammengestellt. Diese Dokumente könnten Dich interessieren.

Weitere Gedichte des Autors Wilhelm Busch (Infos zum Autor)

Zum Autor Wilhelm Busch sind auf abi-pur.de 208 Dokumente veröffentlicht. Alle Gedichte finden sich auf der Übersichtsseite des Autors.