Die schlesischen Weber von Heinrich Heine

Im düstern Auge keine Thräne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben Dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch –
Wir weben, wir weben!
 
Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöthen;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt –
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Wir weben, wir weben!
 
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Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
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Den unser Elend nicht konnte erweichen,
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Der den letzten Groschen von uns erpreßt,
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Und uns wie Hunde erschießen läßt –
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Wir weben, wir weben!
 
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Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
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Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
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Wo jede Blume früh geknickt,
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Wo Fäulniß und Moder den Wurm erquickt –
20 
Wir weben, wir weben!
 
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Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
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Wir weben emsig Tag und Nacht –
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Altdeutschland, wir weben Dein Leichentuch,
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Wir weben hinein den dreifachen Fluch,
25 
Wir weben, wir weben!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.7 KB)

Details zum Gedicht „Die schlesischen Weber“

Anzahl Strophen
5
Anzahl Verse
25
Anzahl Wörter
143
Entstehungsjahr
1847
Epoche
Junges Deutschland & Vormärz

Gedicht-Analyse

Heinrich Heine ist der Autor des Gedichtes „Die schlesischen Weber“. Der Autor Heinrich Heine wurde 1797 in Düsseldorf geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1847 entstanden. Borna [eig. Bremen/Brüssel 1846] ist der Erscheinungsort des Textes. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text der Epoche Junges Deutschland & Vormärz zugeordnet werden. Heine ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 25 Versen mit insgesamt 5 Strophen und umfasst dabei 143 Worte. Weitere Werke des Dichters Heinrich Heine sind „Ahnung“, „Allnächtlich im Traume seh’ ich dich“ und „Almansor“. Zum Autor des Gedichtes „Die schlesischen Weber“ haben wir auf abi-pur.de weitere 529 Gedichte veröffentlicht.

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