An Berliner Kinder von Joachim Ringelnatz

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Was meint ihr wohl, was eure Eltern treiben,
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Wenn ihr schlafen gehen müßt?
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Und sie angeblich noch Briefe schreiben.
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Ich kann’s euch sagen: Da wird geküßt,
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Geraucht, getanzt, gesoffen, gefressen,
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Da schleichen verdächtige Gäste herbei.
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Da wird jede Stufe der Unzucht durchmessen
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Bis zur Papagei-Sodomiterei.
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Da wird hasardiert um unsagbare Summen.
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Da dampft es von Opium und Kokain.
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Da wird gepaart, daß die Schädel brummen.
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Ach schweigen wir lieber. — Pfui Spinne, Berlin!

Details zum Gedicht „An Berliner Kinder“

Anzahl Verse
1
Anzahl Zeilen
12
Anzahl Wörter
73
Entstehungsjahr
1931
Epoche
Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „An Berliner Kinder“ des Autoren Joachim Ringelnatz. 1883 wurde Ringelnatz in Wurzen geboren. 1931 ist das Gedicht entstanden. Erscheinungsort des Textes ist Berlin. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autoren kann der Text der Epoche Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit zugeordnet werden. Prüfe bitte vor Verwendung die Angaben zur Epoche auf Richtigkeit. Die Zuordnung der Epoche ist auf zeitlicher Ebene geschehen. Da sich Literaturepochen zeitlich überschneiden, ist eine reine zeitliche Zuordnung häufig mit Fehlern behaftet. Das Gedicht besteht aus 12 Zeilen mit nur einem Vers und umfasst dabei 73 Worte. Weitere Werke des Dichters Joachim Ringelnatz sind „Afrikanisches Duell“, „Alone“ und „Alte Winkelmauer“. Auf abi-pur.de liegen zum Autoren des Gedichtes „An Berliner Kinder“ weitere 560 Gedichte vor.

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