Es sei mein Herz und Blut geweiht von Friedrich Schlegel

Es sei mein Herz und Blut geweiht,
dich, Vaterland, zu retten.
Wohlan, es gilt, du seist befreit,
wir sprengen deine Ketten!
Nicht fürder soll die arge That,
des Fremdlings Übermut, Verrat
in deinem Schoß sich betten.
 
Wer hält, wem frei das Herz noch schlägt,
nicht fest an deinem Bilde?
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Wie kraftvoll die Natur sich regt
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durch deine Waldgefilde,
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So blüht der Fleiß, dem Neid zur Qual,
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in deinen Städten sonder Zahl
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und jeder Kunst Gebilde.
 
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Der deutsche Stamm ist alt und stark,
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voll Hochgefühl und Glauben.
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Die Treue ist der Ehre Mark,
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wankt nicht, wenn Stürme schnauben.
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Es schafft ein ernster, tiefer Sinn
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dem Herzen solchen Hochgewinn,
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den uns kein Feind mag rauben.
 
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So spottet jeder der Gefahr,
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die Freiheit ruft uns allen.
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So will's das Recht, und es bleibt wahr,
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wie auch die Lose fallen.
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Ja, sinken wir der Übermacht,
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so wolln wir doch zur ewgen Nacht
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ruhmreich hinüber wallen.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.1 KB)

Details zum Gedicht „Es sei mein Herz und Blut geweiht“

Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
28
Anzahl Wörter
151
Entstehungsjahr
1772 - 1829
Epoche
Romantik

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Es sei mein Herz und Blut geweiht“ ist Friedrich Schlegel. Geboren wurde Schlegel im Jahr 1772 in Hannover. Zwischen den Jahren 1788 und 1829 ist das Gedicht entstanden. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her der Epoche Romantik zuordnen. Schlegel ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche.

Die Romantik ist eine Epoche der Kulturgeschichte, zeitlich anzusiedeln vom späten 18. Jahrhundert bis spät in das 19. Jahrhundert hinein. Auf die Literatur bezogen: von 1795 bis 1848. Sie hatte verschiedenste Auswirkungen auf Literatur, Musik, Philosophie und Kunst jener Zeit. Die Frühromantik lässt sich zeitlich bis in das Jahr 1804 einordnen. Die Hochromantik bis 1815 und die Spätromantik bis in das Jahr 1848. Die Zeit der Romantik war für die Menschen in Europa von Umbrüchen geprägt. Die Französische Revolution (1789 - 1799) zog weitreichende Folgen für ganz Europa nach sich. Auch der Fortschritt in Wissenschaft und Technik, der den Beginn des industriellen Zeitalters einläutete, verunsicherte die Menschen und prägte die Gesellschaft. Als Merkmale der Literatur der Romantik sind die Verklärung des Mittelalters, die Weltflucht, die Hinwendung zur Natur, die Betonung subjektiver Gefühle und des Individuums, der Rückzug in Fantasie- und Traumwelten oder die Faszination des Unheimlichen aufzuführen. Bedeutende Symbole der Romantik sind die Blaue Blume oder das Spiegel- und Nachtmotiv. Die äußere Form von romantischer Literatur ist völlig offen. Kein starres Schema grenzt die Literatur ein. Dies steht ganz im Gegensatz zu den strengen Normen der Klassik. In der Romantik entstehen erstmals Sammlungen so genannter Volkspoesie. Bekannte Beispiele dafür sind Grimms Märchen und die Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn. Doch bereits unmittelbar nach Erscheinen wurde die literarische Bearbeitung (Schönung) durch die Autoren kritisiert, die damit ihre Rolle als Chronisten weit hinter sich ließen.

Das vorliegende Gedicht umfasst 151 Wörter. Es baut sich aus 4 Strophen auf und besteht aus 28 Versen. Weitere Werke des Dichters Friedrich Schlegel sind „Weise des Dichters“, „An Selinde“ und „Der Dichter spricht am Abend“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Es sei mein Herz und Blut geweiht“ keine weiteren Gedichte vor.

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