An August Peters von Louise Otto-Peters

Wie lag ich gern am Blütenhag
Von Veilchenduft umflossen,
Bei Lerchentriller, Finkenschlag
Und tausend jungen Sprossen.
Wie lauscht ich da in Frühlingslust
Den Düften und den Klängen,
Wie ward das all’, mir kaum bewußt
Zu tönenden Gesängen.
 
Wie träumt ich von der Muse Kuß
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Und gab mich ihr zu eigen
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Und ließ der Lieder lauten Gruß,
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In alle Winde steigen!
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Wie schwor ich stolz, wie schwor ich kühn:
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Der Muse nur zu leben,
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Und meines Herzens lodernd Glühn,
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Ihr ungeteilt zu geben!
 
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Wie sang ich trotzig in die Welt
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Vom heil’gen Frauenrechte,
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Stand fest, auf mich allein gestellt,
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Im brausenden Gefechte.
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Wie arg verkannt’ ich wankte nicht,
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Ich blieb auf meiner Stelle.
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Erbleichte auch mein Angesicht
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Das Auge blieb doch helle.
 
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Und sing ich jetzt, so sing ich Dir,
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Demütig mich Dir neigend,
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Die Lieb’ ist meines Liedes Zier,
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Zum Himmel jubelnd steigend.
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Und denk ich an den stolzen Eid:
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Der Muse nur zu leben –
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Noch stolzer ist die Seligkeit
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Mich Dir zur Muse geben.
 
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Und stolzer jetzt Dein Weib zu sein,
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Und Dich mit Lorbern schmücken
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Als wollten Andre mir sie weihn,
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Auf meine Locken drücken.
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Und wenn ein Zweig davon mir blieb,
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Den reich’ ich Dir mit Kosen,
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Du giebst dafür in Deiner Lieb’
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Mir Myrten ja und Rosen!

Details zum Gedicht „An August Peters“

Anzahl Verse
5
Anzahl Zeilen
40
Anzahl Wörter
212
Entstehungsjahr
1860-1870
Epoche
Realismus

Gedicht-Analyse

Die Autorin des Gedichtes „An August Peters“ ist Louise Otto-Peters. Im Jahr 1819 wurde Otto-Peters in Meißen geboren. Im Jahr 1870 ist das Gedicht entstanden. In Leipzig ist der Text erschienen. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten der Autorin her kann der Text der Epoche Realismus zugeordnet werden. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben zur Epoche bei Verwendung. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Das Gedicht besteht aus 40 Zeilen mit insgesamt 5 Versen und umfasst dabei 212 Worte. Die Dichterin Louise Otto-Peters ist auch die Autorin für Gedichte wie „Allein“, „Am Schluß des Jahres 1849“ und „Am längsten Tage“. Auf abi-pur.de liegen zur Autorin des Gedichtes „An August Peters“ weitere 106 Gedichte vor.

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