Die Sachsenschlacht von Rudolf Lavant

Auf hohem Roß in Sachsen saß
Der Bund und trieb’s am tollsten,
Es war der alten Sünden Maß
Im Sachsenland am vollsten.
Drum sind wir auch an Stimmen gleich
Gigantisch hier gewachsen –
Hurra, das rote Königreich!
Hurra, die roten Sachsen!
 
Man räumte auf mit dem Kartell
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Der sämtlichen Parteien.
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Es hub, als es gepackt beim Fell,
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Ein Winseln an und Schreien.
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Sie hatten sich so warm und weich
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Gebettet, gleich den Dachsen –
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Hurra, das rote Königreich!
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Hurra, die roten Sachsen!
 
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Man hatte ziemlich leichtes Spiel
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Mit dem Bediententrosse,
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Als ungestüm man überfiel
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Die morsche Staatskarosse.
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Die Deichsel brach auf einen Streich,
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Es splitterten die Achsen –
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Hurra, das rote Königreich!
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Hurra, die roten Sachsen!
 
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Tief ist der Sachsen Langmut Born,
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Kaum hört man ein Gebrumme,
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Doch dann geraten sie in Zorn,
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Verkauft man sie als Dumme.
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Gebrochen war alsbald der Deich,
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Sie machten keine Faxen –
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Hurra, das rote Königreich!
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Hurra, die roten Sachsen!
 
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Sie hatten eben klar durchschaut
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Den kolossalen Schwindel;
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Sie prügelten aus seiner Haut
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Das schuftige Gesindel.
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Und schickten das Kartell sogleich
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Heim mit zerbroch’nen Haxen –
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Hurra, das rote Königreich!
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Hurra, die roten Sachsen!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.4 KB)

Details zum Gedicht „Die Sachsenschlacht“

Anzahl Strophen
5
Anzahl Verse
40
Anzahl Wörter
187
Entstehungsjahr
nach 1860
Epoche
Realismus,
Naturalismus,
Moderne

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Die Sachsenschlacht“ ist Rudolf Lavant. Lavant wurde im Jahr 1844 in Leipzig geboren. Im Zeitraum zwischen 1860 und 1915 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Berlin. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Realismus, Naturalismus, Moderne, Expressionismus oder Avantgarde / Dadaismus kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben zur Epoche bei Verwendung. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Das vorliegende Gedicht umfasst 187 Wörter. Es baut sich aus 5 Strophen auf und besteht aus 40 Versen. Weitere Werke des Dichters Rudolf Lavant sind „An den Kladderadatsch“, „An die Frauen“ und „An die alte Raketenkiste“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Die Sachsenschlacht“ weitere 96 Gedichte vor.

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